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Pressemitteilung

Hannover, 25.09.2014

Kopenhagener Erklärung: Bei Schiefergas-Bewertung in Europa den Sachverstand der Geologischen Dienste einbeziehen

Die Europäischen Geologischen Dienste des Nordatlantikraums, zu denen auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gehört, befürchten angesichts irreführender Meldungen in den Medien über die Erkundung und Gewinnung von Rohstoffen negative gesellschaftspolitische Folgen. Dies gelte vor allem auch für das Thema Schiefergas als Option für die heimische Energieversorgung. In ihrer Kopenhagener Erklärung zur „Bereitstellung von Daten für nationale Schiefergasbewertungen“ kritisieren die Geologischen Dienste, dass wissenschaftliche Ergebnisse und Schlussfolgerungen in der Berichterstattung häufig zu kurz kommen oder ignoriert würden. Als besonders bedenklich bezeichnen die Unterzeichner die Möglichkeit, dass ihre Expertise bei künftigen Entscheidungen zur Rohstoffversorgung nicht berücksichtigt werden könnte.

„Häufig werden Gefahren heraufbeschworen, die gar keine sind. Beim Fracking zur Förderung von Erdgas gibt es weit verbreitete Ängste in der Bevölkerung, die aus geowissenschaftlicher Sicht größtenteils unbegründet sind“, erklärt BGR-Präsident Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel. Seit den frühen 60er-Jahren seien allein in Niedersachsen bereits mehr als 320 Fracking-Maßnahmen bei der herkömmlichen Erdgasförderung durchgeführt worden. Die dort angewandte Technik sei vergleichbar mit der Methode zur Erschließung von Schiefergasressourcen. Bei der bisherigen Förderung mittels Fracking habe es nicht einen einzigen Vorfall gegeben, bei dem die Umwelt geschädigt worden sei, so Kümpel. „Wenn Kritiker im Zusammenhang mit Fracking von einer unbeherrschbaren Hochrisikotechnologie sprechen, so ist dies unter wissenschaftlichen Kriterien einfach falsch“, betont der BGR-Präsident.

Gemeinsam mit seinen Kollegen aus England, Nordirland, Irland, Norwegen, Dänemark, Island und den Niederlanden verweist Kümpel in der Erklärung darauf, dass die Geologischen Dienste staatliche Fachbehörden sind, die über die notwendigen Daten und Informationen zum geologischen Untergrund ihrer Länder verfügen. Die Dienste seien am besten gerüstet, Entscheidungsträger objektiv und interessensneutral auch unter Einbeziehung möglicher Umweltrisiken über Rohstoffpotenziale wie z.B. Schiefergas zu informieren. Kümpel: „Um Chancen und Risiken richtig beurteilen zu können, ist der Sachverstand von uns Geowissenschaftlern notwendig.“

Die BGR berät als technisch-wissenschaftliche Oberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft in allen geowissenschaftlichen und rohstoffwirtschaftlichen Fragen. Als nationaler geologischer Dienst von Deutschland und als Partner in der internationalen technischen Zusammenarbeit engagiert sich die BGR für eine nachhaltige Nutzung und Sicherung natürlicher Ressourcen (Rohstoffe, Grundwasser und Boden). In einer ersten Studie zur Abschätzung des Schiefergaspotenzials hat die BGR die in Deutschland nach heutigem technologischem Stand förderbare Menge auf 0,7 bis 2,3 Billionen Kubikmeter Erdgas aus Schiefergesteinen beziffert, womit sie die herkömmlichen Vorkommen um ein Vielfaches übersteigt.

Weiterführende Informationen:
http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Energie/Erdgas/erdgas_node.html

 

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Pressesprecher: Andreas Beuge, Tel.: 0511 643 2679
E-mail: Andreas.Beuge@bgr.de Internet: http://www.bgr.bund.de

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