BGR Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Die BÜK 200 - ein Kartenwerk

Überblick

Für Länder übergreifende Aussagen zu Bodennutzung und Bodenschutz stellt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Geologischen Diensten der Länder (SGD) die digitale Bodenübersichtskarte 1:200.000 (BÜK 200) einschließlich einer Flächendatenbank her.

Die BÜK 200 zeigt die Verbreitung und Vergesellschaftung der Böden in Deutschland. Sie stellt einen Auszug der wichtigsten pedogenetischen und substratgenetischen Informationen aus dem bundesweit abgestimmten Gesamtdatensatz dar, der jedem Kartenblatt zugrunde liegt. Dieser Datensatz umfasst zahlreiche bodenkundliche Basisparameter und wird bei den zuständigen Ländern aus dort vorhandenen großmaßstäbigen Karten bzw. deren Flächendatensätzen und/oder Punktdatenbeständen abgeleitet, in die Flächendatenbank der BüK 200 aufgenommen und dort verwaltet.

Die Flächendatenbank ist eine der Komponenten des Fachinformationssystems Bodenkunde der BGR (FISBo BGR). Auf der Grundlage der Basisinformationen der Datenbank lassen sich mit Hilfe von abrufbaren Algorithmen der Methodenbank – einer weiteren Komponente des FISBo BGR – entsprechend der geforderten Zielstellung Auswertungskarten zu den natürlichen Leistungspotenzialen des Bodens bzw. den Bodenfunktionen und Empfindlichkeiten bzw. den Gefährdungsgraden ableiten.

Das Kartenwerk

Das Kartenwerk BÜK 200 erscheint im Blattschnitt der amtlichen Topographischen Übersichtskarte 1:200.000 (TÜK 200) und umfasst 55 einzelne Kartenblätter. Das erste erschienene Blatt der BÜK 200 war CC 7934 München. Es war zugleich das erste geowissenschaftliche Kartenblatt, bei dem der Auflagendruck vollständig digital mit dem Computer-to-plate-Verfahren erfolgte.

Neben Karteninhalt, Kartengestaltung und Legendenaufbau sind auch Datenbankinhalt (Parametersatz) und Datenbankstruktur der BÜK 200 bundeseinheitlich standardisiert. Die gedruckten Karten zeigen die Verbreitung und Vergesellschaftung der Böden in Deutschland. Der Karteninhalt wird an Hand von 50 bis 100 nach Bodenregionen und Bodengroßlandschaften gegliederten Legendeneinheiten pro Blatt beschrieben.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bodenkarten werden die Legendeneinheiten der BÜK 200 nicht nur mit einem einzelnen Leitboden charakterisiert. Für jede Legendeneinheit wird eine Bodenvergesellschaftung angegeben (Leit- und Begleitböden), um der Variabilität der Bodendecke gerecht zu werden und die Auswertbarkeit der Karte zu erhöhen. Die Böden werden als Bodenformen beschrieben, die als Kombination aus bodensystematischer Einheit (z.B. Bodentyp) und substratsystematischer Einheit (z.B. Substrattyp) entsprechend der KA4 definiert sind. Ein Beispiel für eine typische Bodenform des Norddeutschen Tieflandes stellt die folgende Kombination dar: "Pseudogley-Braunerde aus Schmelzwassersand über Moränenlehm".

Jeder Bodenform wird ein klassierter Wert zugeordnet, der ihren Flächenanteil an der jeweiligen Legendeneinheit angibt, um die Bodenform so entsprechend ihres Verbreitungsgrades gewichten zu können. Durch diese Art der Flächeninhaltsbeschreibung (Leit- und Begleitböden mit Flächenanteilen) können maßstabsbedingte Informationsverluste ausgeglichen werden: Wenn sich kleine Bodenareale, schmale Tälchen usw. im Maßstab 1:200.000 aufgrund ihrer geringen Flächengröße und/oder ihres zu geringen Grenzabstandes nicht ausweisen lassen (als Richtwert gilt für die Mindestdarstellungsgröße 100 ha, in Ausnahmen 60 ha, für den Mindestgrenzabstand 1,5 mm, in Ausnahmen 1 mm), können die nicht darstellbaren Areale in der Flächeninhaltsbeschreibung berücksichtigt werden, indem für sie Begleitbodenformen mit ihren Flächenanteilen angegeben werden.

<- Zurück zur Gliederung

Kontakt

    
Dietmar Krug
Tel.: +49-(0)511-643-2411
Fax: +49-(0)511-643-3662

Diese Seite: