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Erkundungsstandort Gorleben

Schachtanlage des Erkundungsbergwerks Gorleben und das Zwischenlager GorlebenDie Schachtanlage des Erkundungsbergwerks Gorleben (rechts) in Niedersachen (Landkreis Lüchow-Dannenberg). Die Castorbehälter mit radioaktivem Abfall stehen in dem Brennelementelager (links). Oben links: Die Elbe. Quelle: BGR. Fotografiert von Franz Böker

Der Salzstock Gorleben wurde bis 2012 in Deutschland als Standort für die Endlagerung radioaktiver Abfälle erkundet. Primäres Ziel der Erkundung war die Ausweisung großer homogener Steinsalzbereiche im Salzstock, in die die Abfälle eingelagert werden können, sowie der Nachweis der Barrierewirksamkeit für einen langfristig sicheren Einschluss der Abfälle.

Die BGR führte die geowissenschaftlichen Untersuchungen am Erkundungsstandort durch und bewertete diese. Die Untersuchungen erfolgten im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) und in Zusammenarbeit mit der DBE (Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern, Peine).

Die Erkundung am Standort Gorleben wurde 1979 begonnen. Als Ergebnis der übertägigen Erkundung lagen erste Befunde über den Salzstock selbst, die erforderlichen Kenntnisse über die überlagernden Schichten und das Nebengebirge des Salzstocks sowie die Bewertung der Grundwasserverhältnisse in den Deckschichten vor. Auf der Basis dieser Kenntnisse wurde 1986 mit der untertägigen Erkundung des Salzstocks begonnen. Dazu wurden im zentralen Bereich des Hauptsattels des Salzstocks im Abstand von etwa 400 m zwei Schächte abgeteuft und über eine Verbindungsstrecke in 840 m Tiefe miteinander verbunden.


Abb_geol3DModell_Internet_kAusschnitt aus dem geologischen 3D-Modell des Internbaus des Salzstockes Gorleben. Blick von Südwest auf das Erkundungsbergwerk. Eingefügt wurden neben den Schächten die ca. 2000 m tiefen Erkundungsbohrungen Go 1002, 1003, 1004 und 1004 sowie die geplante Einlagerungssohle unterhalb der 840-m-Erkundungssohle. Quelle: BGR

Die untertägige Erkundung des Salzstocks Gorleben wurde im Oktober 2000 aufgrund der Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen vom 14. Juni 2000 unterbrochen. Dieses Moratorium endete nach 10 Jahren im Oktober 2010. Mit der Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten wurden auch die geowissenschaftlichen Untersuchungen fortgesetzt. Parallel zur Weitererkundung wurden die bisherigen Ergebnisse im Rahmen der Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben (VSG) bewertet. Im Dezember 2012 wurde die Weitererkundung erneut unterbrochen.

Die von der BGR bis dahin durchgeführten geowissenschaftlichen Erkundungsarbeiten umfassten insbesondere geologische, mineralogisch-geochemische, geophysikalische und geotechnische In‐situ‐Untersuchungen. Ergänzend erfolgten Experimente an Salzgesteinsproben im Labor sowie begleitende Modellberechnungen zur Interpretation von In‐situ‐Messungen und vor-Ort-Beobachtungen.

Durch Inkrafttreten des "Gesetzes zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle" (Standortauswahlgesetz - StandAG) wurde die bergmännische Erkundung am Standort Gorleben am 23. Juli 2013 per Gesetz beendet.

Die von der BGR erzielten Erkundungsergebnisse werden in speziellen Fachberichten für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) umfassend dokumentiert. Die geowissenschaftlichen Ergebnisse bis zum Moratorium im Jahr 2000 und deren Bewertung hat die BGR zusammenfassend wie folgt publiziert:

Standortbeschreibung Gorleben

Teil 1. Die Hydrogeologie des Deckgebirges des Salzstocks Gorleben
Der Bericht ist in der Reihe Geologisches Jahrbuch Reihe C, Band C 71, erschienen. Der Vertrieb erfolgt über den Verlag Schweizerbart.

Teil 2. Die Geologie des Deck- und Nebengebirges des Salzstocks Gorleben
Der Bericht ist in der Reihe Geologisches Jahrbuch Reihe C, Band C 72, erschienen. Der Vertrieb erfolgt über den Verlag Schweizerbart.

Teil 3. Ergebnisse der über- und untertägigen geologischen Erkundung des Salinars
Der Bericht ist in der Reihe Geologisches Jahrbuch Reihe C, Band C 73, erschienen. Der Vertrieb erfolgt über den Verlag Schweizerbart.

Teil 4. Geotechnische Erkundung des Salzstocks Gorleben
Der Bericht ist in der Reihe Geologisches Jahrbuch Reihe C, Band C 74, erschienen. Der Vertrieb erfolgt über den Verlag Schweizerbart.

Die englischen Fassungen der Standortbeschreibung Gorleben Teil 1 bis 4 stehen als Download auf der Internetseite der BGR zur Verfügung.



Kontakt

    
Prof. Dr.-Ing. Stefan Heusermann
Tel.: +49 (0)511-643-2429
Fax: +49 (0)511-643-3694

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