BGR Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Gletscherseeausbrüche

Ansicht der Barriere des Thulagi Gletschersees im Himalaja in NepalAnsicht der Barriere des Thulagi Gletschersees im Himalaja in Nepal Quelle: BGR

Durch den andauernden Klimawandel ziehen sich die Hochgebirgsgletscher weltweit immer weiter zurück. Im Vorfeld der Gletscherfront entstehen dabei häufig Schmelzwasserseen. Diese Seen können innerhalb von Jahrzehnten in ihrem Volumen rasch anwachsen. Sie werden oft talwärts von natürlichen Barrieren wie zum Beispiel von Endmoränen begrenzt, deren Kern gegenwärtig noch durch Permafrost stabilisiert wird. Solange die Barriere standhält, droht keine Gefahr. Sobald aber der Permafrost durch steigende Temperaturen zerfällt oder der Wasserdruck ansteigt, kann die Barriere brechen, eine „glacial lake outburst flood“ (GLOF) ist die Folge. Der Gletschersee fließt dann innerhalb kürzester Zeit aus und überflutet das Tal. Die Folgen für die Talbewohner und für technische Installationen wie zum Beispiel Talsperren sind verheerend. Derartige Gletscherseeausbrüche ereigneten sich während der letzten Jahrzehnte unter anderem in der Schweiz und im Himalaja.

Wird die Gefahr eines plötzlichen Gletscherseeausbruchs rechtzeitig erkannt, können mit relativ geringem Aufwand Maßnahmen ergriffen werden, die einer Katastrophe vorbeugen, etwa durch kontrolliertes Ablassen der Wassermassen.

Das BGR-Projekt am Thulagi-See in Nepal ist ein Beispiel, das zeigt, wie Wissenschaftler durch präventive Untersuchungen das Gefährdungspotential rechtzeitig bestimmen können.

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