Aktive Kontinentränder
Arbeitsdeck der RV Sonne
Quelle: BGR
An den mittelozeanischen Rücken bildet sich mit einer Geschwindigkeit von wenigen Zentimetern pro Jahr neue ozeanische Lithosphäre (Seafloor-Spreading). Entsprechend tauchen an den aktiven Kontinenträndern andere Teile ozeanischer Kruste unter die angrenzenden Kontinente in den Erdmantel ab (Subduktion).
Dabei reibt sich die abtauchende ozeanische Erdkruste an den kontinentalen Platten und wird im heißen Erdmantel wieder aufgeschmolzen. Subduktionszonen sind deshalb geologisch unruhige Gebiete, an denen die meisten und schwersten der auf der Erde vorkommenden Erdbeben passieren und an die fast alle Vulkane gebunden sind.
Aktive Kontinentränder findet man entlang des „Ring of fire“, der den Pazifik umrandet, also entlang der Küsten vor Süd-, Mittel- und Nordamerika, vor den Aleuten, Kurilen, Japan und den Philippinen. Im Indischen Ozean gibt es entlang der Indonesischen Inselkette, dem s.g. Sundabogen, ebenfalls eine lange Subduktionszone.
Die Forschungsarbeiten mit marinen geophysikalischen und geologischen Methoden an den aktiven Kontinenträndern sind eine wichtige Aufgabe der BGR, insbesondere wegen der großen Gefahr von katastrophalen und lebensbedrohenden Ereignissen in den oft dicht besiedelten Küstenzonen, unter denen die Subduktionsprozesse stattfinden.
Teilweise haben die aktiven Kontinentränder aber auch ein hohes Nutzungspotenzial, wenn sich, wie z.B. vor Sumatra, tiefe Sedimentbecken mit hohem Potenzial von Kohlenwasserstoffvorkommen (Erdöl oder Erdgas) gebildet haben.
Projekte:
- Multidisziplinäre Forschungsarbeiten zur Klärung der tektonischen Entwicklung des grönländischen Teils der Baffin Bay und der Entstehung von Kohlenwasserstoffen (ARK-XXV/3)
- SEACAUSE II-Forschungsfahrt SO-186-2 der BGR
- SUMATRA - Das Kohlenwasserstoff-System des Forearc von Sumatra
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