Passive Kontinentränder
BGR im Arktischen Ozean unterwegs
Quelle: BGR
Passive Kontinentränder entstanden im Verlauf der Erdgeschichte immer dann, wenn große ‚Super’-Kontinente zerbrachen und die dabei entstandenen Teile unter der Bildung von neuer ozeanischer Kruste und Lithosphäre auseinander drifteten. An den neu gebildeten Kontinenten, z.B. Afrika und Südamerika nach dem Auseinanderbrechen von Gondwana, ist die ozeanische Kruste fest ‚angeschweißt’ und es finden dort praktisch keine Bewegungen mehr statt. Deshalb nennt man diese Kontinentränder, im Gegensatz zu den aktiven Kontinenträndern mit Subduktion, passiv. Vom passiven Typ sind die Kontinentränder fast des gesamten Atlantiks, großer Teile des Indischen Ozeans und des Nordpolarmeeres, sowie die Kontinentränder der Antarktis und Australiens.
Ein wichtiger Prozess, die Sedimentation, hält an den passiven Kontinenträndern im Allgemeinen bis heute an. Deswegen sind dort fast immer mehrere Kilometer mächtige Sedimentschichten abgelagert, die über erhebliche Öl- und Gasvorkommen verfügen können. Die BGR untersucht aus diesem Grunde ausgewählte passive Kontinentränder im Vorfeld der Industrie mit marin-geophysikalischen und marin-geologischen Methoden und beteiligt sich an Bohrkampagnen des IODP zur Erforschung der Paläoablagerungsbedingungen der Sedimente.
In den letzten Jahren lag der Arbeitsschwerpunkt auf den passiven Kontinentränden des Südatlantiks. Zu dieser Kategorie zählen auch unsere Arbeiten in einigen mit den Ozeanen verbundenen Riftbecken, wie der Nordsee.
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