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Technische Zusammenarbeit mit der Mongolei

Unendliche Steppe in der MongoleiUnendliche Steppe in der Mongolei Quelle: BGR

Die Mongolei ist ein dünn besiedeltes Binnenland mit spärlicher Infrastruktur und extremen klimatischen Bedingungen. Es gehört zu den wenigen Ländern, in denen seit 1990 ein friedlicher demokratischer Wandel sowie wirtschaftliche Öffnung simultan erfolgen. Die Grundlage der mongolischen Wirtschaft sind die Gewinnung mineralischer Rohstoffe und die Viehwirtschaft. Eine große Herausforderung für das Land ist dabei die hohe Volatilität des internationalen mineralischen Rohstoffmarktes, denn Preisschwankungen wirken sich direkt auf die mongolische Wirtschaft aus, da über 80 % des Gesamtexports des Landes durch den mineralischen Rohstoffsektor erzeugt wird. So führen die derzeit niedrigen Rohstoffpreise in der Mongolei zu einem stark verlangsamten Wirtschaftswachstum, nach einer mehrjährigen Phase mit sehr hohen Wachstumsraten. Neben den wirtschaftspolitischen Herausforderungen und Chancen birgt dieser zunehmende Ausbau der Gewinnung von Bodenschätzen im Lande aber gleichzeitig auch ein Konfliktpotential im Streit um die Nutzung der wichtigen Naturressourcen Wasser, Wald und Land. Die in erster Linie betroffene Landbevölkerung fordert daher die Schonung der Gewässer und Wiederherstellung des Weidelands (Renaturierung).

Die deutsche Entwicklungspolitik konzentriert sich aktuell auf die drei Schwerpunkte „Energieeffizienz“, „Nachhaltiges Mineralisches Rohstoffmanagement“ und „Biodiversität“. Die Unterstützung der mongolischen Reformbemühungen im Wirtschaftsbereich dient der Zielsetzung, ein unternehmensfreundliches Umfeld zu schaffen und zur Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit beizutragen. Übergreifend zu den genannten Schwerpunkten unterstützt die Bundesregierung die Mongolei auch in ihren Bemühungen, die Umweltbelastungen, die vom Bergbau ausgehen können, zu minimieren und einen verantwortlichen, sowie umwelt- und sozialverträglichen Bergbausektor zu entwickeln.

Die Deutsch-Mongolische Zusammenarbeit im Geosektor begann bereits in den 1960er Jahren. Die BGR ist seit 1992 v.a. im Rahmen der bilateralen Technischen Zusammenarbeit im Auftrag des BMZ in der Mongolei tätig. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt dabei auf der Unterstützung der staatlichen Institutionen im Geo-Sektor. Angewandte Methoden sind Aus- und Fortbildung, Verfahrensentwicklung und Modernisierung der Infrastruktur.

Partner auf mongolischer Seite waren bzw. sind das Ministerium für Bergbau mit seinen Unterorganisationen wie die Behörde für Mineralische Rohstoffe und das Geologische Zentrallabor, sowie das Staatliche Fachaufsichtsamt, mit der mongolischen Bergaufsicht, das direkt dem Vize-Premierminister untersteht.

Im aktuell laufenden Projekt Rohstoffwirtschaftliche Kapazitätenentwicklung bei der Behörde für mineralische Rohstoffe der Mongolei (MRAM, Mineral Resources Authority of Mongolia) berät die BGR diese bei der Weiterentwicklung der personellen und institutionellen Kapazitäten und unterstützt MRAM dabei, sich als kompetente Dienstleisterin für den mongolischen Rohstoffsektor zu etablieren. Mit diesem Projekt wird die langjährige Zusammenarbeit mit MRAM bzw. den Vorgängerinstitutionen fortgeführt, bei der beispielsweise 2008-2011 ausgewählte Lagerstätten bewertet wurden (Investorenhandbuch für Industrieminerale und ausgewählte Metalle in der Mongolei) oder von 2011-2013 im Modul innerhalb der „Integrierten Rohstoffinitiative IMRI“ Fortbildungsmaßnahmen organisiert und Studien zu ausgewählten Rohstoffen erstellt wurden.

Die 2005 begonnene Beratung der mongolischen Bergaufsicht, eine Abteilung innerhalb des staatlichen Fachaufsichtsamts (GASI, General Agency for Specialized Inspection), über das Projekt „Umweltschutz im Bergbau“ wurde in 2015 beendet. Mit einer kleinen Folgemaßnahme zur Umsetzung des entwickelten Bergaufsichts-Informationssystems wird die Unterstützung von GASI voraussichtlich noch bis 2017 weitergeführt.

Die bereits 1997 begonnene Zusammenarbeit mit dem Geologischen Zentrallabor (CGL) wurde 2015 erfolgreich beendet. Im Rahmen von vier Projekten wurde das CGL dabei unterstützt, ein effektives Goldanalyselabor aufzubauen, ihre weitere Analytik auszubauen und eine marktwirtschaftliche Unternehmensführung einzuführen, zertifizierte Referenzmaterialien herzustellen, die international vertrieben werden, und sich als Ringversuchsveranstalter zu qualifizieren. Die erreichten Qualitätsstandards konnten durch drei internationale Akkreditierungen bestätigt werden.

Innerhalb des Programms „Nachhaltiges mineralisches Rohstoffmanagement“ arbeitet die BGR in der Mongolei eng mit GIZ und PTB zusammen.

50 Jahre Mongolisch-Deutsche Zusammenarbeit im Geosektor

Investorenhandbuch Industrieminerale und ausgewählte Metalle in der Mongolei


Laufendes Projekt:

Abgeschlossenes Projekt:

Kontakt 1:

    
Dr. Thekla Abel
Tel.: +49-(0)511-643-3334
Fax: +49-(0)511-643-533334

Kontakt 2:

    
Dr. Arne Hoffmann-Rothe
Tel.: +49-(0)511-643-2651
Fax: +49-(0)511-643-3689

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