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Newsletter 2015/05 vom 02.11.2015

Polarforschung

Multicorer

Größte Arktis-Kampagne der BGR

Es war die bislang größte geowissenschaftliche Arktis-Kampagne der BGR. Auf drei Expeditionen suchten die Forscher der BGR nach weiteren wichtigen Puzzleteilen, um die Entstehungsgeschichte der europäischen Arktis zu klären. Zwei Teams untersuchten im Rahmen des CASE-Programms an Land die Geologie Spitzbergens. Ein drittes Team arbeitete an Bord des Forschungsschiffes OGS EXPLORA, um in der nördlichen Barentssee im Rahmen des Projekts „PANORAMA“ Chancen und Umweltrisiken einer möglichen Nutzung von Energierohstoffen im arktischen Raum zu untersuchen. An den von der BGR geleiteten Expeditionen, die von Ende Juni bis Mitte September stattfanden, waren insgesamt 42 Forscher aus 8 Nationen beteiligt. Um die komplexen geologischen Sachverhalte und die komplizierte Entstehungsgeschichte der europäischen Arktis verstehen zu können, wurden von der BGR erstmals in der Arktis wissenschaftliche Arbeiten an Land und auf See simultan durchgeführt. Die kombinierten Arbeiten bieten die Chance, den arktischen Kontinentrand und damit die Entwicklungsgeschichte der Arktis besser zu rekonstruieren. Zurzeit werden die Ergebnisse der Expeditionen ausgewertet.

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Marine Rohstoffforschung

Geo-Show

Unterirdisch gute Geo-Show

Mehr als 650 Schüler nahmen am 18. September 2015 an der Geo-Show „Unterirdisch“ im Audimax der Leibniz Universität Hannover teil. Geleitet von ARD-Moderator Johannes Büchs, informierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die jungen Zuschauer über Themen wie Vulkanismus, Plattentektonik und marine Rohstoffe. Dabei wurden die Schüler als Mitwirkende auf die Bühne geholt, wo auch BGR-Experten aktiv waren: Sie stellten einen echten „Schwarzen Raucher“ vor und erklärten den Zusammenhang zwischen Rohstoffbildung und Vulkanismus in den Ozeanen. Ein Highlight der 90-minütigen Show war die Video-Liveschaltung auf das IODP-Bohrschiff JOIDES RESOLUTION im Indischen Ozean. Zum Schluss wurden die jungen Gäste mit einem Stück des 25 m langen, gebackenen Bohrkerns in Form eines Marmorkuchens verabschiedet. „Unterirdisch – die Geo-Show“ wurde organisiert von der Forschungsinitiative GEO (FI:GEO) der Leibniz Universität Hannover (LUH) in Kooperation mit dem Koordinationsbüro des DFG-Schwerpunktprogramms IODP (International Ocean Discovery Program), das an der BGR ansässig ist.

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Grundwasser

Mikroprozessoreinheit

Mobile Bodenluftmessung im Scheckkartenformat

Projektmitarbeiter des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Verbundprojektes SASSCAL (Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management) haben ein innovatives automatisches Messverfahren entwickelt, mit dem die Luft und die Isotopenzusammensetzung im Wasserdampf im Porenraum des Bodens gemessen werden kann. Damit entfällt die aufwändige Entnahme von Bodenproben und ihr Transport ins Labor nach Deutschland. Der gesamte Messvorgang wird durch einen selbst entworfenen Microcontroller in Scheckkartenformatgröße gesteuert. Die benutzerfreundliche Oberfläche erlaubt, unter Feldbedingungen vor Ort die Durchflussmengen des Bodengases und dessen Mischung mit einem Trägergas zu konfigurieren. Die eigentliche Messung erfolgt durch ein im Geländefahrzeug eingebautes Laserspektrometer, das das Adsorptionsspektrum des Wasserdampfes misst. So können die schweren stabilen Isotope (2H / 18O) des Wassers im Wasserdampf direkt und im Bodenwasser indirekt mit einer hohen zeitlichen und räumlichen Auflösung gemessen werden: Auch Sickerprozesse können erfasst sowie die Grundwasserneubildung bestimmt werden.

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Boden

DGB-Jahrestagung 2015

Forschungsbeiträge der BGR-Bodenkunde auf der DGB-Jahrestagung 2015

"Unsere Böden – Unser Leben" – so lautete das Motto der Jahrestagung der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (DBG) an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Bodenkundler der BGR waren vom 5. bis 10. September 2015 mit neun eigenen Beiträgen und diversen Beteiligungen auf der Veranstaltung vertreten. Insgesamt gaben rund 325 Vorträge und ca. 225 Poster einen Überblick über die Breite der bodenkundlichen Forschung in Deutschland. Über 800 Tagungsteilnehmer informierten sich über Themenschwerpunkte von der Nutzung der Böden über Forschungsinfrastrukturen bis hin zu Untersuchungsmethoden im Feld. Im Rahmen der Mitgliederversammlung der DBG wurde Dr. Einar Eberhardt, Arbeitsbereichsleiter im BGR-Fachbereich B2.2 „Informationsgrundlagen Grundwasser und Boden“, zum Vorsitzenden der Kommission V „Bodengenetik, Bodensystematik, Bodeninformation“ gewählt.

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Endlagerforschung

Miniseismische Messungen

Neue Methodenkombination zur Untersuchung von Tongesteinen erfolgreich getestet

Die BGR ist seit fast 20 Jahren Partner des internationalen Mont Terri-Projekts in der Schweiz und führt dort In-Situ-Forschungsarbeiten in Tonsteinen durch. Hierbei sind bereits seit vielen Jahren miniseismische Messungen in Erkundungsbohrungen als geophysikalische Methode, beispielsweise zur Detektion und Charakterisierung von kleinskaligen Anomalien, im Einsatz. In den letzten Jahren wurde als weitere geophysikalische Methode die Geoelektrik (ERT, Electrical Resistivity Tomography) durch eigene Entwicklungen neuartiger Sonden und die Anpassung der Auswertetechniken etabliert. Aktuelle Messungen in Bohrungen im Untertagelabor Mont Terri zeigen, dass insbesondere durch die Kombination beider Verfahren eine hochauflösende Charakterisierung der Tongesteine erreicht wird.

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Geothermie

Geothermietagung

8. Norddeutsche Geothermietagung im GEOZENTRUM Hannover

Bei der 8. Norddeutschen Geothermietagung im GEOZENTRUM Hannover diskutierten 150 Experten über Zukunftsperspektiven für eine effiziente und umweltverträgliche Erdwärmenutzung. In Fachvorträgen wurden Erfolgsmodelle und Potenziale oberflächennaher und tiefer Geothermie aufgezeigt. Eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Ministerien beschäftigte sich mit den möglichen Folgen des geplanten „Fracking“-Gesetzes für die tiefe Geothermie. Veranstalter der Tagung waren neben der BGR das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls und die Agentur Enerchange.

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Internationale Zusammenarbeit

GIRAF 2015

BGR veranstaltet 4. Geoscience Information in Africa-Workshop in Maputo, Mozambik

Vom 5. bis 9. Oktober 2015 veranstaltete die BGR in Zusammenarbeit mit dem Ministério dos Recursos Minerais e Energia, vertreten durch das National Directorate of Geology (local host) und der Eduardo Mondlane Universität in Maputo, Mozambik, den 4. Geoscience Information in Africa-Workshop (GIRAF 2015). Fachliche Schwerpunkte wurden in Vorträgen, Postern und Diskussionen zur Anwendung von Geoinformationssystemen im Zusammenhang mit nachhaltigem Bergbau und Kleinbergbau, Massenrohstoffen und Umwelt, inklusive Grundwasser gesetzt. Der organisatorische Schwerpunkt bestand in der Vorbereitung der Mitglieder des GIRAF-Netzwerkes für einen vollständigen Transfer in afrikanische Hände, optimalerweise an eine international anerkannte afrikanische Institution. Bisher wurde das seit 2009 bestehende Netzwerk von der BGR-Koordinatorin Kristine Asch geleitet. Insgesamt nahmen 88 GeowissenschaftlerInnen aus 18 afrikanischen und 3 europäischen Ländern teil. Finanzielle Unterstützung der Konferenz erfolgte durch das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte Programm „Extractives and Development“, die UNESCO Nairobi, das United Nations Development Programme (UNDP) über das Programm „Stones for Development“ und durch die Commission for the Management and Application of Geoscience Information (CGI).

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Geowissenschaftliche Karten

BÜK200

Zwei neue Kartenblätter zur BÜK200 erschienen

In der gemeinsam von der BGR und den Geologischen Diensten der Länder erarbeiteten Bodenübersichtskarte 1:200.000 (BÜK200) sind die Kartenblätter „CC4750 Cottbus“ und „CC6334 Bayreuth“ erschienen. An der Erstellung der beiden Blätter waren, neben der BGR als koordinierende Stelle, die Staatlichen Geologischen Dienste der Länder Brandenburg, Sachsen, Bayern und Thüringen beteiligt. Mit den zwei neuen Blättern stehen jetzt für fast alle Teile Deutschlands bundesweit standardisierte und damit vergleichbare Informationen zur Verbreitung der Böden und ihrer Eigenschaften zur Verfügung.

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Veranstaltungen

BGR-Hubschrauber

Agritechnica 2015: BGR-Forschungs-Hubschrauber und erster Bodenatlas Deutschlands

Die BGR beteiligt sich vom 8. bis 14. November mit einer Sonderausstellung an der Agritechnica 2015 in Hannover, der weltweit größten Landtechnikmesse. Auf dem Agritechnica Special „Digital Cropping: den Standort entschlüsseln – den Ertrag verstehen“ präsentiert die BGR den BGR-Forschungs-Hubschrauber und stellt anlässlich des Internationalen Jahres des Bodens 2015 den „Bodenatlas Deutschland“ vor. Mit ihm liegt erstmals ein Standardkartenwerk vor, das eine thematische Übersicht sowie großräumliche Zusammenhänge nutzerfreundlich zugänglich macht. Das Druckwerk stellt mit 48 deutschlandweiten Karten die bodenkundlichen Gegebenheiten für die Bundesrepublik Deutschland dar. Als Highlight auf dem Messestand wird der BGR-Forschungs-Hubschrauber (Sikorsky S-76B) samt Messsystem (Kristalldetektor RSX-5) ausgestellt. Eingesetzt wird der BGR-Hubschrauber z. B. für die luftgestützte Gammaspektrometrie zur Bestimmung von Bodenparametern zur Unterstützung regionaler Bodenkartierungen. Der Hubschrauber ist als fliegende Forschungs- und Messplattform in Europa einzigartig.

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Veranstaltungen

Deutsch-Russische Rohstoffkonferenz

BGR auf der 8. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz

Mit einem Vortrag zum Thema „Bergbau- und Aufbereitungshalden als wertvolles Rohstoffpotenzial“ war die BGR auf der 8. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz in Sankt Petersburg vertreten. Die Veranstaltung fand vom 5. bis 7. Oktober 2015 an der nationalen Universität für mineralische Ressourcen „Gorny“ statt und stand unter dem Titel „Vertrauen und Zuverlässigkeit: Die deutsch-russische Rohstoffpartnerschaft“. Schwerpunktthemen waren neben einer Bestandsaufnahme dieser Zusammenarbeit sowie der universitären deutsch-russischen Kooperation im Rohstoffbereich vor allem aktuelle Entwicklungen der Energie- und Rohstoffmärkte in Deutschland und Russland sowie der Bereich „Nachhaltiges Wirtschaften und Umweltschutz beim Einsatz von Rohstoffen“. Der BGR-Beitrag war eingebettet in die Session „Ressourceneffizienz und Umweltschutz: Technologische und rechtlich-wirtschaftliche Aspekte“. Die nächste Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz wird im Jahr 2016 in Düsseldorf stattfinden.

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Neuerscheinungen

Bismut-Studie

DERA veröffentlicht Rohstoffrisikobewertung zu Bismut

Die aktuelle Bismut-Studie der DERA kommt zu dem Ergebnis, dass der Markt auch langfristig durch einen hohen Angebotsüberschuss, sehr hohe Überkapazitäten und eine hohe Markt- und Firmenkonzentration durch chinesische Firmen gekennzeichnet ist. Die Verwendungszwecke von Bismut sind sehr vielfältig: Die weltweit fünf größten Einsatzgebiete von Bismut sind Arzneimittel, Pigmente, niedrigschmelzende Legierungen, metallurgische Zusätze sowie Industriekatalysatoren. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Verbraucher von Bismut, wobei hier mit weitem Abstand die Produktion von Pigmenten überwiegt. Die Rohstoffrisikobewertung und der im Juli durchgeführte Bismut-Workshop sind Teil des DERA-Rohstoffmonitorings. Die Workshops mit den begleitenden Studien unterstützen Unternehmen darin, Risiken in der Beschaffung frühzeitig zu erkennen, um gegebenenfalls Ausweichstrategien zu entwickeln.

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Neuerscheinungen

Platin-Studie

Aktuelle Studie zu Platingruppenmetallen erschienen

Die neue DERA-Studie zu Platin zeigt, dass Südafrika und die Russische Föderation auch auf lange Sicht den Markt für Platingruppenmetalle dominieren werden. Dies gilt sowohl für den Bergbau als auch für die Weiterverarbeitung und den internationalen Handel mit diesen Rohstoffen. Aus den Angebots- und Nachfrageszenarien der DERA geht hervor, dass bis 2018 mit Angebotsdefiziten für Platin und vor allem für Palladium zu rechnen ist. Nach aktuellem Stand sind keine Bergbauprojekte bekannt, die kurz- bis mittelfristig zusätzlich große Mengen Platin und Palladium für den Markt bereitstellen könnten. Besonders in Südafrika ist darüber hinaus mit weiteren Kostensteigerungen in der Produktion zu rechnen. Erste Ergebnisse der Studie wurden bereits im April auf dem Industrieworkshop Platin vorgestellt. Diese Veranstaltung gab den teilnehmenden Unternehmensvertretern die Möglichkeit, mehr über die Verfügbarkeit und die Diversifizierung von Lieferquellen und Optimierungsmöglichkeiten im eigenen Rohstoffmanagement zu erfahren.

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