Energiestudie 2009: Überblick Erdöl
Regionale Verteilung des Gesamtpotenzials an konventionellem Erdöl 2008
Quelle: BGR
Für Ende 2008 wird ein Gesamtpotenzial an konventionellem Erdöl in Höhe von 405 Gt (Gigatonne=109 Tonnen) ausgewiesen. Es liegt um etwa 5 Gt über dem Wert aus dem Jahr 2007 (BGR 2009). Das Gesamtpotenzial an konventionellem Erdöl, untergliedert in kumulierte Förderung, Reserven und Ressourcen, ist regional sehr ungleichmäßig verteilt. Der Nahe Osten verfügt über das größte Gesamtpotenzial, gefolgt von der GUS und Nordamerika. Dabei sind in Nordamerika fast zwei Drittel des erwarteten Gesamtpotenzials gefördert, während in der GUS dieser Anteil nur bei gut einem Drittel und im Nahen Osten nur bei einem knappen Viertel liegt. Bezogen auf die wirtschaftspolitischen Gruppierungen entfällt auf die OPEC mit etwa 213 Gt knapp 53 % des Gesamtpotenzials, wobei hier erst gut ein Viertel des Erdöls gefördert ist. Die OECD-Staaten erreichen nur 75 Gt, von denen bereits fast 63 % gefördert sind.
Die Welt-Erdölreserven lagen mit 159,9 Gt um 2,6 Gt über dem Vorjahreswert. Zu Zuwächsen kam es hauptsächlich in Brasilien und Westafrika. Regional entfallen auf die Länder des Nahen Ostens knapp 64 % der Weltreserven, auf die GUS und auf Afrika jeweils etwa 11 %. Bei den wirtschaftspolitischen Gruppierungen ist die Verteilung noch ungleichmäßiger. Die OPEC verfügt über 76 % der Reserven, davon 63 % in der Golf-Region, die OECD nur über gut 5 %.
Die Welt-Erdölförderung stieg trotz der weltweiten Finanzkrise in der zweiten Jahreshälfte 2008 leicht an (+10 Mt) auf 3.894 Mt (Megatonne=106 Tonnen). Wichtigste Förderregionen im Jahr 2008 waren der Nahe Osten, Nordamerika und die GUS. Insgesamt wurden bis Ende 2008 weltweit seit Beginn der industriellen Erdölförderung 155 Gt Erdöl gewonnen, die Hälfte davon innerhalb der letzten 22 Jahre. Damit wurde fast soviel Erdöl gefördert wie Reserven an konventionellem Erdöl ausgewiesen werden.
Der Mineralölverbrauch (Erdölprodukte) 2008 von 3.910 Mt ging gegenüber 2007 um 37 Mt zurück. Ursächlich dafür war die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Welt-Mineralölverbrauch verteilt sich dabei sehr ungleichmäßig. Während die OECD-Länder mit 2,2 Gt knapp 56 % des Mineralöls verbrauchen, entfallen auf die OPEC-Staaten nur gut 10 %. Regional konzentrierte sich der Verbrauch auf drei Regionen: Austral-Asien, Nordamerika und Europa
Von dem im Jahr 2008 geförderten Erdöl wurden etwa zwei Drittel grenzüberschreitend und z. T. über große Entfernungen per Tanker oder Pipeline gehandelt. Bei Erdöl existiert ein einheitlicher Weltmarkt mit fast einheitlichen Preisen.
