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Hannover, 02.10.2008

BGR-Forschungsfahrt in den Pazifik: Manganknollen – eine Rohstoffquelle der Zukunft wird erforscht

Eine Gruppe von 12 Meeresforschern der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bricht am 8. Oktober 2008 von Hawaii (USA) aus zu einer 40-tägigen Forschungsfahrt in den Zentralpazifik auf. Ihr Ziel: der Manganknollengürtel zwischen Hawaii und dem Äquator. Die BGR-Wissenschaftler aus Hannover werden dort im Auftrag der Bundesrepublik das deutsche Lizenzgebiet zur Exploration von Manganknollen erkunden. Grundlage dafür ist ein im Jahr 2006 zwischen der Internationalen Meeresbodenbehörde ISA der Vereinten Nationen und der BGR geschlossener Vertrag, der Deutschland das exklusive Recht gibt, auf einem Meeresareal von 75 000 km2 Größe in rund 5000 Meter Tiefe 15 Jahre lang den Bestand der rohstoffreichen Manganknollen zu erfassen.

„Manganknollen sind eine Rohstoffquelle der Zukunft“, erklärt BGR-Expeditionsleiter Dr. Michael Wiedicke. „Mit der Forschungskampagne wollen wir grundlegende Daten zur Beurteilung der potentiellen Lagerstätte sammeln. Wie groß ist das Vorkommen, wo liegen die dichtesten Knollenkonzentrationen und wie wirtschaftlich ist eine spätere Förderung der Rohstoffe? Auf diese Fragen erhoffen wir uns detaillierte Antworten“, so der BGR-Meeresgeologe.

Erstes Ziel ist eine genaue Vermessung der Topographie und der Sedimentverteilung des Areals mit Hilfe modernster Fächerecholot- und Sedimentecholotsysteme, um ein exaktes Geländemodell erstellen zu können. Zweitens werden Proben vom Meeresboden geborgen, die sowohl der Bestimmung der Flächenbelegungsdichte von Knollen dienen als auch ihrer exakten chemischen Zusammensetzung - mit feinsten Nachweisgrenzen auch für Hochtechnologie-Elemente wie z.B. Molybdän, Tellur oder Selen. Zur Forschungsfahrt gehört außerdem ein Trainingsprogramm: In Absprache mit der ISA nehmen daran vier Vertreter aus drei afrikanischen Ländern sowie aus Barbados teil, um sie in die heutigen Erkundungsmethoden mariner Exploration einzuweisen.

Als Plattform für diese Arbeiten dient das von der BGR gecharterte amerikanische Forschungsschiff „RV Kilo Moana“. Dieses moderne, 2002 in Dienst gestellte Schiff ist bestens für die Vermessungsarbeiten geeignet: Es ist ein 2-Rumpf-Schiff, dessen so genannte „SWATH-Bauweise“ eine ausgezeichnete Seefestigkeit und Ruhe auch bei stürmischer See gewährleistet und somit beste Daten- und Probenqualität für die spätere Auswertung garantiert.

Manganknollen waren bereits vor rund 30 Jahren ein Rohstoff-Thema. Die in der Tiefsee verbreiteten Knollen wurden während der 1970er- und 1980er-Jahre als eine neue, bisher nicht genutzte Quelle für verschiedene Metalle wie Kupfer, Kobalt und Nickel entdeckt. Nach Jahren intensiver Forschungstätigkeit erschien ein submariner Abbau greifbar nahe. Ein Konsortium mit Beteiligung deutscher Firmen erwarb daher 1984 eine Förderlizenz im zentralen Pazifik. Allerdings verhinderte damals ein unerwarteter Preisverfall bei Metallrohstoffen den Beginn der kommerziellen Gewinnung von Manganknollen.

Angesichts teilweise dramatisch steigender Rohstoffpreise gewinnen die Manganknollen erneut an Aktualität. „Vor diesem Hintergrund ist das Vorhaben auch eine Maßnahme der strategischen Zukunftsvorsorge“, so BGR-Wissenschaftler Wiedicke. „Durch die frühzeitige Forschungstätigkeit der BGR wird ein Beitrag zur künftigen Rohstoffsicherung unseres Landes geleistet.“

 

Bilder:

http://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Oeffentlichkeitsarbeit/Pressemitteilungen/BGR/bgr-081002-bilder.html

 

Ansprechpartner:

Dr. Michael Wiedicke-Hombach, Tel.: 0511 643 2793, E-Mail: Michael.Wiedicke-Hombach@bgr.de

Dr. Carsten Rühlemann, Tel.: 0511 643 2412, E-Mail: Carsten.Ruehlemann@bgr.de


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