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Ressourcen im Kaukasus

Beitrag zum Projekt:
Zur Genese von Kohlenwasserstoffen im Oberen Benue Trog / Nigeria

Vortrag auf der Internationalen Tagung der Bundesakademie für Sicherheitspolitik "Der Kaukasus: eine strategische Region im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen" in Berlin am 23.02.2000

Abb. 1:  Kaukasus-RegionAbb. 1: Kaukasus-Region
Quelle: BGR

Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt auf den Rohstoffen Erdöl und Erdgas. Da Erdöl- und Erdgasvorkommen überwiegend an Sedimentbecken und nicht an Gebirge gebunden sind, wird nachfolgend der Begriff Kaukasus (Kaukasus-Region) nicht im streng geographischen Sinne gebraucht, sondern ein größerer Raum betrachtet, der neben den eigentlichen Kaukasus-Staaten (Armenien, Aserbaidschan und Georgien) die Nordkaukasus-Region und teilweise die Wolga-Region der Russischen Föderation (RF), die mittelasiatischen Staaten Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan einbeziehen, sowie die an den Kaukasus angrenzenden Länder Iran und Türkei.

Eine besondere Bedeutung kommt dem Kaspischen Meer zu. Einen Überblick zur (Land-)Fläche, Bevölkerung und Wirtschaftskraft der betreffenden Länder vermittelt Tabelle 1. Danach ist die Bevölkerungszahl der gesamten betrachteten GUS-Staaten in etwa vergleichbar mit der der Türkei oder des Iran.

Tabelle 1:
LandFläche
1.000 km2
Einwohner
Mio.
BSP/Einw.
US-$
Armenien29,83,8560
Aserbaidschan86,67,6510
Georgien69,75,4860
RF Nordkaukasus335,817,3 
RF Wolgagebiet537,70,4 
Kasachstan2.717,315,81.350
Usbekistan447,423,71.020
Turkmenistan488,14,7640
Gesamt3.949,364,5993*)
Türkei779,563,73.130
Iran1.648,060,91.780
Deutschland357,082,128.280

 *) ohne RF
Quelle: Der Fischer Weltalmanach 2000

Die Kaukasus-Region zählt neben den USA (Pennsylvanien), Rumänien und Deutschland zu den ältesten Erdölregionen der Welt. Eine Pionierrolle kommt dabei Aserbaidschan zu (Tabelle 2), aber auch andere Länder verfügen über eine lange Tradition (Nordkaukasus-Region seit der 2. Hälfte des 19. Jh., Kasachstan seit 1899 Erdölförderung).

Tabelle 2:  Meilensteine der Erdölindustrie Aserbaidschans
erster Erdölbrunnen auf der Apscheron-Halbinsel
erste Erdölbohrung
Jahresförderung von ca. 10 Mio. t (50 % der Weltförderung)
erste offshore-Bohrung bei Baku (Bibi-Eibat)
höchste Jahresförderung mit 23,4 Mio. t (etwa 76 % des Treibstoffs und über 90 % des Flugbenzins für die Versorgung der Roten Armee im 2. Weltkrieg kamen aus Baku)
Nachweis des offshore-Feldes Neftjannyje Kamni (ca. 90 km östlich Baku)
erstes internationales Abkommen zum Abbau von offshore-Feldern (Azeri, Tschirag und Guneschli-Tiefseeanteil)
Azerbaijan International Consortium (AIOC)
erstes Erdöl aus dem Tschirag-Feld
insgesamt ca. 1.380 Mio. t Erdöl gefördert, davon ca. 450 Mio. t aus offshore-Feldern
Quelle: MISCHIN, W. (1998) ergänzt

Abb. 3: Erdöl-Erdgas-Becken und -Felder im Kaspischen RaumAbb. 3: Erdöl-Erdgas-Becken und -Felder im Kaspischen Raum
Quelle: BGR

Am ältesten ist das Nordkaspische Becken, jüngeren Alters sind das Nordkaukasus-Mangyschlak, Nord-Ust Jurt und Amu-Darja Becken und am jüngsten sind das Südkaspische und das Schwarzmeer-Becken, die in enger Beziehung zur Herausbildung des Kaukasus stehen. In der Karte sind nur die bedeutendsten Erdöl- und Erdgasfelder (Giants mit Reserven > 68 Mio. t Erdöläquivalent) dargestellt. Die wichtigsten Felder sind Tengiz (Erdöl), Karatschaganak und Astrachan (Gaskondensat mit hohen Anteilen an H2S und CO2), Neft Daschlari-Guneschli-Tschirag-Aseri, Usen (Erdöl) und die Erdgasfelder in der Amu-Darja-Senke (Dauletabad-Donmes, Schatlyk und Gasli). Einen Eindruck zum geologischen Aufbau des Gebietes vermittelt der geologische Schnitt durch das Kaspische Meer.

Damit ist es etwa doppelt so groß wie das Potenzial der Nordsee, steht aber deutlich hinter dem Nahen Osten (137 Mrd. t Erdöl, bzw. 78 Bill. m3 Erdgas) und bei Erdgas auch hinter dem Iran (Golfregion) zurück. In etwas anderer Darstellung (Abbildung 6) ist das Potenzial der Kaukasus-Region (GUS-Staaten ohne Wolga-Region) zu sehen. Am bedeutendsten sind Kasachstan und Aserbaidschan bei Erdöl sowie Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan bei Erdgas. Auf Basis der neueren Ergebnisse aus dem Shah Deniz Prospekt könnte sich in Aserbaidschan das Verhältnis in Richtung Erdgas verschieben. Das Potenzial der Nordkaukasus-Region und Georgiens ist gering. Gleiches trifft auch auf die Türkei zu mit einem Gesamtpotenzial von 200 Mio. t Erdöl und 35 Mrd. m3 Erdgas. Größere Unsicherheiten bestehen besonders bei der Abschätzung des Potenzials im offshore-Bereich des Kaspischen Meeres. Die bisherigen Aktivitäten waren vorwiegend auf die Flachwasserbereiche (Apscheron-Schwelle - Aserbaidschan und Turkmenistan - sowie Dagestan) beschränkt. Eine präzisere Einschätzung des Kohlenwasserstoff-Potenzials im offshore-Bereich dürfte erst in einigen Jahren möglich sein, wenn genügend Ergebnisse von Bohrungen aus den tieferen Bereichen des Kaspischen Meeres vorliegen.

Abb. 5: Kohlenwasserstoffpotenziale im Kaspischen Raum Abb. 5: Kohlenwasserstoffpotenziale im Kaspischen Raum
Quelle: BGR

Bei der Erdölförderung (Abbildung 7) dominierte Aserbaidschan bis Mitte der 60-er Jahre. In den 60er und 70er Jahren war die Förderung im Nordkaukasus dominierend mit einem Maximum um 1970 (Tschetschenien mit 21 Mio. t 1971) Seitdem sank sie kontinuierlich ab und ist heute unbedeutend. Georgien trat nur Anfang der 80er Jahre in Erscheinung. Turkmenistan hatte in den 70-er Jahren seine höchste Förderung. Seit Anfang der 70-er Jahre ist ein Ansteigen der Förderung in Kasachstan und Mitte der 90-er Jahre in Usbekistan zu verzeichnen. Die Förderung der Türkei ist mit ca. 3 Mio. t relativ gering, während Iran 1997 mit 184 Mio. t den 4. Rang in der Welterdölförderung einnahm. Eine deutliche Steigerung der Förderung ist in Aserbaidschan und Kasachstan zu erwarten. Die Gesamtförderung in der Kaukasus-Region (GUS) dürfte 2000 ca. 70 Mio. t und 2010 ca. Mio. t erreichen. Unsicherheiten existieren u.a. bezüglich des Tempos der Umsetzung der geplanten Projekte in der Exploration und Feldesentwicklung und der möglichen Exportkapazitäten (Pipelines).

Bei der Erdgasförderung (Abbildung 8) war bis 1970 die Nordkaukasus-Region dominierend. Mitte der 60-er Jahre verzeichnete Usbekistan mit der Erschließung des Gasli-Feldes einen starken Anstieg, in den 70-er Jahre folgte Turkmenistan, das 1989 sein Maximum mit ca. 90 Mrd. m3 (3. Rang in Weltförderung) erreichte. Seitdem ist in Turkmenistan ein drastischer Rückgang infolge fehlender Liquidität potentieller Abnehmer (z.B. Ukraine) einerseits und andererseits durch Probleme mit der russischen Gasprom beim Absatz bzw. der Durchleitung von Erdgas zu verzeichnen. Bei den Beziehungen zur Gasprom zeichnet sich in letzter Zeit eine Verbesserung ab, die u.a. in der Abnahme von ca. 20 Mrd. m3 Erdgas für 2000 zum Ausdruck kommt. Die Förderung der Türkei und Georgiens ist unbedeutend, während der Iran mit 47 Mrd. m3 auf Rang 9 unmittelbar hinter Usbekistan lag. Bis 2010 könnte die Erdgasförderung im Kaspischen Raum (GUS) eine Größenordnung von 200 Mrd. m3 erreichen.

Die Aktivitäten in der Exploration und Entwicklung von Erdöl- und Erdgasfeldern sind im offshore-Bereich besonders intensiv (Abbildung 9).

Abb. 7: ErdölförderungAbb. 7: Erdölförderung
Quelle: BGR

So existieren derzeit für den aserbaidschanischen Sektor 15 PSC-Abkommen (PSC - Production Sharing Contract) mit Konsortien oder einzelnen Firmen. Für den turkmenischen Sektor gibt es 2 PSC, für den kasachischen Sektor ein Abkommen mit einem Konsortium zu 12 Blöcken und für den russischen Sektor 2 Verträge. Darüber hinaus gibt es in sowohl in Kasachstan als auch Aserbaidschan, Turkmenistan und Georgien zahlreiche Abkommen zu onshore-Blöcken, von denen die größten das Tengizchevroil JV (JV - Joint Venture) und das Karatschaganak JV sind. Die für die kommenden Jahre geplanten Investitionen im Kaspischen Raum könnten eine Größenordnung von einigen Zehner Mrd. $ erreichen (Tabelle 3).

Tabelle 3: Wichtige KW-Projekte im Kaspischen Raum

Aserbaidschan:

AIOC (Azerbaijan International Operating Company)
Entwicklung und Abbau der Felder Aseri, Tschirag und Guneschli (Tiefseeanteil)
BP-Amoco (34,14 %), Socar (10 %), Lukoil (10 %), Unocal (10,05 %), Statoil (8,56 %), Ex-xon (8,01 %), TPAO (6,75 %), Pennzoil (4,82 %), Itochu (3,92 %), Ramco (2,08 %) und Delta Nimir (1,68 %)
8-12 Mrd. $

Shah Deniz
Exploration und Produktion (E&P) Shah Deniz -Prospekt
BP-Amoco (25,5 %), Statoil (25,5 %), Socar (10 %), OIEC (10 %), TPAO (9 %), Elf Aquitaine (10 %), Lukoil (10 %)
4 Mrd. $

Caspian International Petroleum Company (CIPCO)

E&P Karabach-Prospekt Lukoil (7,5 %), Agip (5 %), Pennzoil (30 %), Socar (7,5 %), JV Lukoil-Agip (50 %)
2 Mrd. $ geplant, 100 Mio. $ investiert (zwischenzeitlich aufgegeben )

North Apsheron Operating Company (NAOC)
E&P Azhafre/Dan-Ulduzu-Prospekt
BP-Amoco (30 %), Unocal (25,5 %), Itochu (20 %) Delta Nimir (4,5 %) Socar (20 %)
2 Mrd. $

Nakhchivan
E&P Nakhchivan-Prospekt
Exxon (50 %), Socar (50 %)
2,5 Mrd. $

Kasachstan:

Tengizchevroil JV
Abbau des Tengiz-Feldes
Chevron (45 %), Kazakhstan (25 %), Mobil (25 %), LukArco (5 %)
20 Mrd. $

Karachaganak Petroleum Operating
Abbau des Karatachaganak-Feldes
BG (32,5 %), Agip (42,5 %), Texaco (20 %), Lukoil (15 %)
8 Mrd. $

Offshore Kazakhstan Intl. Operating Co.--International Operating Companies (OKIOC)
Exploration des kasachischen Schelfs (12 Blöcke)
BP-Amoco, Statoil, Shell, Mobil, Total, Agip, British Gas und KazakhstanCaspiShelf
28 Mrd. $

Aus der Liste der beteiligten Firmen ist zu erkennen, daß im Kaspischen Raum unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. Es sind insbesondere die islamischen Länder (Türkei, Iran, Saudi Arabien), die USA, westeuropäische Länder (Frankreich, Großbritannien, Norwegen) und Rußland, die ihren Einfluß geltend machen bzw. festigen möchten. Weiterhin ist in letzter Zeit ein verstärktes Interesse ostasiatischer Staaten (China, Japan) für dieses Gebiet zu bemerken. Deutsche Firmen sind bisher nur in kleinerem Umfang vertreten (Tabelle 4).

Tabelle 4: Projekte deutscher Firmen
Aserbaidschan:
Wintershall AG (in Nachfolge Deminex)
10 %-Anteil am Lenkoran-Talysch-Prospekt (E&P-PSC)
Verhandlungen zum Salatyn-Prospect
Kasachstan:

Preussag-Energie
Konzessionsführerschaft und 50 % Anteile am Aktobe Preussag Munai Ltd. JV mit Kazakhoil
E&P in den Blöcken Scharkamys E und W in Westkasachstan

RWE-DEA und Erdöl-Erdgas Gommern
Anteile von 25 % bzw. 17,5 % am Kazgermunai JV
zum Abbau des Akschabulak-Feldes in Zentralkasachstan

VEBA-Oel
40 % Anteile am Temir JV mit Shell
E&P im Temir Block in Westkasachstan

Erste Pipelines, die nicht über russisches Territorium führen, sind die Erdgaspipeline von Korpedsche (West-Turkmenistan) nach Kurt Kui (Nord-Iran), die Ende 1997 in Betrieb ging und die Erdölpipeline von Baku nach Supsa (Georgien) am Schwarzen Meer, die im April 1999 in Betrieb genommen wurde. Seitens der russischen Monopolisten (Transneft und Gasprom) erfolgten in den letzten Jahre starke Beschränkungen, was insbesondere Tengizchevroil in Kasachstan und Turkmenistan zu spüren bekamen. Um die Absatzmöglichkeiten zu diversifizieren, sind eine Vielzahl möglicher Pipelineprojekte in Diskussion, die sich in folgende Grundvarianten untergliedern lassen:

  • nach Westen (Türkei - Europa) über Rußland, Aserbaidschan - Georgien oder den Iran
  • nach Süden (Iran - Persischer Golf)
  • nach Südosten (Pakistan - Indien? über Afghanistan)
  • nach Osten (China - Japan)
  • als nicht gesondert ausgewiesene Variante nach Nordwesten (Europa).

Den meisten Projekten ist gemeinsam, dass sie durch politische Krisenregionen verlaufen und somit ihre Verwirklichung schwierig ist oder dass sie über sehr große Entfernungen führen und dadurch Investitionen in Milliardenhöhe erfordern. Der Bau dieser Pipelines wird auch wesentlich durch strategische Gesichtspunkte sowie politische und wirtschaftliche Interessen beeinflußt. Erfolg haben dabei nicht Einzel-, sondern nur gemeinsame Lösungen, die mehrere Länder berücksichtigen. Dabei sind ausgehend von den bekannten Reserven und dem erwarteten Potenzial an Kohlenwasserstoffen Erdölpipelines besonders wichtig für Kasachstan und Aserbaidschan, Erdgaspipelines für Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan, später möglicherweise auch für Aserbaidschan.

Abb. 10: Pipelinenetz mit Zielrichtungen und Raffinerien im Kaspischen RaumAbb. 10: Pipelinenetz mit Zielrichtungen und Raffinerien im Kaspischen Raum
Quelle: BGR

Das Potenzial an mineralischen Bodenschätzen beschränkt sich in den Sedimentbecken auf eine Reihe nichtmetallischer Rohstoffe, wie Salze, Baurohstoffe, hochmineralisierte Wässer (J, Br) und untergeordnet Kohle. Deren Erschließung ist u.a. aufgrund der gering entwickelten Infrastruktur und der weit entfernten Verbraucher wirtschaftlich wenig attraktiv.

Dieses Potenzial läßt Kasachstan und auch Usbekistan in die Rolle von Bergbauländern mit Weltgeltung aufsteigen. Kasachstan liegt unter den "Top Ten" der Bergbauländer bei der Produktion von Steinkohle, Uran, Chromit, Titan, Vanadium, Zink, Bauxit, Silber, Schwerspat, Asbest, Bor. Usbekistan gehört bei der Bergbauproduktion von Gold, Uran und Wolfram zu den wichtigen Ländern (Tabelle 5). Diese Rohstoffe spielen in der Wirtschaft dieser Länder somit eine ähnlich bedeutende und zum Teil bedeutendere Rolle als die Kohlenwasserstoffe. Entsprechend gross ist auch das Interesse ausländischer Investoren für die Bergbauindustrie (Gold, Chrom, Kupfer, Aluminium, Kohle).

Tabelle 5:  

Der Platz der Kaspi-Anrainerstaaten unter den Bergbauproduzenten der Welt im Jahr 1995

(1) Anteil an der Weltproduktion in %/ (2) Rang unter den Bergbauländern
Herausgehoben: Anteil an der Weltproduktion größer 1 %

RohstoffKasachstanTurkmenistanUsbekistanAserbaidschan
(1)(2)(1)(2)(1)(2)(1)(2)
Erdöl0,6290,1460,1510,336
Erdgas0,2431,7101,780,338
Steinkohle2,28  <0,145  
Braunkohle0,222  0,516  
Uran5,07  4,68  
 
Eisenerz*)1,512    <0,140
Chromit19,82      
Manganerz0,612      
Nickel*)1,016      
Molybdän*)0,411  0,212  
Wolfram*)0,313    0,88  
Titan*)9,14        
Vanadium*)2,75      
Bauxit2,210      
Aluminium      <0,138
Kupfer*)2,013  0,522  
Blei*)1,513  0,527  
Zink*)2,210  0,232  
Zinn*)0,117      
Antimon*)        
Quecksilber*)        
Wismut*)    0,39  
Gold1,215  3,47  
Silber3,59      
 
Phosphat (P2O5)1,412      
Gips/Anhydrit0,1470,243  <0,153
Baryt3,38      
Flußspat2,011  2,012  
Brom  1,56  0,49
Jod  1,07  2,05
Bor-Minerale3,26      
Asbest12,93      
Steinsalz  0,336  <0,185
Schwefel0,3380,331    

Quelle: BGR Datenbank *)Metallinhalt im Erz beziehungsweise Konzentrat

Abb. 11: Bergbauzentren ausgewählter fester mineralischer RohstoffeAbb. 11: Bergbauzentren ausgewählter fester mineralischer Rohstoffe
Quelle: BGR

Turkmenistan und Aserbaidschan können eine derartige Vielfalt an wirtschaftlich gewinnbaren mineralischen Rohstoffen nicht aufweisen. Hier bleiben die Erdöl-Erdgas-Vorkommen die Zugpferde der Rohstoffwirtschaft.

Die "Kaukasus-Region" verfügt über ein bedeutendes Potenzial an Erdöl und Erdgas. Darüber hinaus sind Kasachstan und Usbekistan auch im Weltmaßstab bedeutende Bergbauländer für mineralische Rohstoffe. Wegen des relativ kleinen Binnenmarktes ist es generell möglich, einen großen Teil der Produktion an Erdöl und Erdgas zu exportieren. Als Märkte bieten sich insbesondere Europa und Asien an. Die weitere Erschließung dieses Potenzials hängt wesentlich von der Entwicklung der Energiepreise, der Nachfrage der europäischen und asiatischen Märkte und der politischen Stabilität dieses Raumes ab. Einen Ausblick vermittelt (Tabelle 6).

Tabelle 6: Ausblick: Great Game or Great Clash?

Kaspi nach Ende Kalter Krieg und Auflösung UdSSR neuer "geostrategischer Raum"

  • souveräne Staaten mit unterschiedlichen Interessen
  • neue Mitspieler (global players) USA, Europa, Japan, China, Türkei, Iran, Saudi Arabien
  • Russland bleibt einflußreich
Großes Potential an Erdöl und Erdgas, aber auch andere Rohstoffe
Ferne Märkte, große Entfernungen, hohe Investitionen, Transitgebühren Erdgas, viele Projekte noch nicht wirtschaftlich, Engagement Industrie langfristig
Positiv: Europa (USA/SE-Asien etc. Notwendigkeit neuer Erdöl-/Erdgas-Liefermärkte
Negativ: zahlreiche regionale Krisenherde, ethnische Konflikte, Kooperation / Konfrontation?
Chancen für deutsche Wirtschaft in "emerging market"

Deutsche Interessen bestehen insbesondere an einer langfristigen Sicherung der Rohstoffversorgung speziell mit Erdöl und Erdgas. Chancen für die deutsche Wirtschaft bestehen u.a. bei Infrastrukturprojekten und Zulieferungen bzw. Dienstleistungen für die Erdölindustrie, z.B. beim Pipelinebau und bei Anlagen zur Erdöl- und Erdgasaufbereitung.

Der Kaspische Raum - Rohstoffwirtschaft im Schnittpunkt wirtschaftlicher und politischer Interessen
The Caspian Region - Mineral Economics at the Crossroad of Economic and Political Interest
von Hilmar Rempel, Peter Kehrer & Bernd Kruse
erscheint im Heft 2/2000 (Juni) der ZEITSCHRIFT FÜR ANGEWANDTE GEOLOGIE

999 Dieser Link geht noch auf eine "alte" BGR-Seite und müsste noch mal aktualisiert werden

999 Die Layouteinstellungen für die Tabellen funktionieren noch nicht so richtig - das müsste noch überarbeitet werden

Kontakt:

Diplom-Geologe Hilmar Rempel
Tel.: +49 (0)511-643-2363
Fax: +49 (0)511-643-3661
E-Mail: Hilmar.Rempel@bgr.de



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