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Pressemitteilung

Hannover, 22.03.2016

Expedition in den Pazifik: BGR-Wissenschaftler erkunden Gebiete mit hoher Manganknollen-Konzentration

Eine Gruppe von zwölf Wissenschaftlern der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bricht am 5. April 2016 von Honolulu (Hawaii) aus zu einer 42-tägigen Expedition mit dem amerikanischen Forschungsschiff "Kilo Moana" in den Zentralpazifik auf. Ihr Ziel ist der Manganknollengürtel zwischen Hawaii und Mexiko. Die Meeresforscher aus Hannover werden dort im Auftrag der Bundesregierung das deutsche Lizenzgebiet zur Exploration von Manganknollen erkunden. Für die BGR-Wissenschaftler ist es bereits die achte Fahrt in das Lizenzgebiet. Grundlage dafür ist ein im Jahr 2006 zwischen der Internationalen Meeresbodenbehörde und der BGR geschlossener Vertrag, der Deutschland das exklusive Recht gibt, auf einem Meeresareal von 75.000 km2 Größe in rund 5.000 m Tiefe 15 Jahre lang den Bestand der metallreichen Manganknollen zu untersuchen.

Auf dieser Forschungskampagne wird ein wirtschaftlich hochinteressantes Teilgebiet von rund 500 km2 beprobt und detailliert mit einem neuen tiefgeschleppten Echolot erkundet. „Uns interessieren die Bereiche des Meeresbodens mit der höchsten Knollenkonzentration sowie der günstigsten Topographie für einen zukünftigen Abbautest“, so BGR-Fahrtleiter Dr. Carsten Rühlemann. Zur Beurteilung dieser potenziellen Lagerstätte, die sehr hohe Knollenkonzentrationen aufweist, werden Proben des Meeresbodens mit den darauf liegenden Knollen entnommen. Außerdem werden mit einem Videoschlitten, der einige Meter über dem Meeresboden geschleppt wird, mehrere Kilometer lange Profile aufgenommen. Auf den Foto- und Videoaufnahmen lassen sich die besonders knollenreichen Areale sehr gut identifizieren. Zusätzlich wird das Relief des Meeresbodens mit einem an der BGR entwickelten Fächerecholot in Dezimeter-Auflösung vermessen. Diese Untersuchungen dienen der Vorbereitung eines möglichen Fördertests, der für einen späteren Tiefseebergbau unbedingt erforderlich ist. Ein solcher Test ist auch notwendig, um die Auswirkungen eines künftigen industriellen Abbaus auf die Meeresumwelt und die Biodiversität unter realitätsnahen Bedingungen abzuschätzen.

Ein weiterer Fokus der Forschungskampagne liegt auf der Bestandsaufnahme der Bodenlebewesen. Für diese Untersuchungen werden wieder fünf Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Biodiversitätsforschung (DZMB) am Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven an der Expedition teilnehmen. Auf vorangegangenen Expeditionen haben die Wissenschaftler von BGR und DZMB zwei Referenzgebiete festgelegt, mit denen der Einfluss eines möglichen Tiefseebergbaus untersucht werden soll. Eines dieser Referenzgebiete befindet sich in einem potenziellen Abbaugebiet, das andere liegt etwa 50 km westlich davon und wird auch in Zukunft unberührt bleiben. Der Vergleich der Lebensgemeinschaften in diesen beiden Referenzgebieten soll im Falle eines späteren Bergbaus Auskunft darüber geben, wie sich der Abbau auf das Ökosystem der Tiefsee auswirkt. Als Grundlage für diese zukünftigen Untersuchungen wird bei der jetzt stattfindenden Expedition eine Bestandsaufnahme der Biodiversität in beiden Gebieten durchgeführt. Mit speziellen Geräten werden die in und auf dem Boden der Tiefsee lebenden Tiere entnommen, um mit Hilfe von Genanalysen Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie viele Arten es gibt, wie sie verteilt sind und wie groß ihr Verbreitungsgebiet ist.

Als Plattform für diese Arbeiten dient das von der BGR gecharterte amerikanische Forschungsschiff „Kilo Moana“. Dieses 2-Rumpf-Schiff ist bestens für Vermessungs- und Beprobungsarbeiten geeignet, da aufgrund seiner Bauweise eine ausgezeichnete Seefestigkeit und Ruhe auch bei hohem Wellengang gewährleistet und somit beste Daten- und Probenqualität für die spätere Auswertung garantiert sind.


Weitere Informationen:
Bilder
http://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Oeffentlichkeitsarbeit/Pressemitteilungen/BGR/bgr-081002-bilder.html

Informationen über die FS "Kilo Moana"
http://www.soest.hawaii.edu/UMC/cms/


Ansprechpartner:
Dr. Carsten Rühlemann, Tel.: 0511 643 2412, E-Mail: Carsten.Ruehlemann@bgr.de
Dr. Christian Reichert, Tel.: 0511 643 3244, E-Mail: Christian.Reichert@bgr.de


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Pressesprecher: Andreas Beuge, Tel.: 0511 643 2679
E-Mail: Andreas.Beuge@bgr.de, Internet: http://www.bgr.bund.de

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