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Pressemitteilung

Hannover, 09.09.2016

Nordkorea: BGR registriert vermutlichen Kernwaffentest

Am 9. September 2016 um 00:30 Uhr Weltzeit (09:00 Uhr Ortszeit, 02:30 Uhr MESZ) wurde in der nordkoreanischen Provinz Nord-Hamgyong vermutlich ein weiterer unterirdischer Kernwaffentest durchgeführt. Die seismischen Signale wurden auch von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) registriert. An der BGR ist das Nationale Datenzentrum für die Überwachung des Kernwaffenteststoppabkommens (CTBT - Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty) angesiedelt. Mit Hilfe des internationalen Überwachungsnetz (IMS - International Monitoring System) der CTBT-Organisation in Wien, für das auch die BGR Stationen betreibt, konnte das Ereignis in hoher Präzision lokalisiert und als Explosion identifiziert werden. Nach dem bisherigen Stand der Auswertung sprechen starke Indizien für eine Nuklearexplosion.

Die BGR hat die Signale an ihrer 8.200 km entfernten deutschen IMS-Messstation GERES im Bayerischen Wald ca. 11,6 Minuten nach der erfolgten Explosion aufgezeichnet. Das Epizentrum des aktuellen Ereignisses stimmt mit den Kernwaffentests in Nordkorea am 9. Oktober 2006, 25. Mai 2009, 12. Februar 2013 sowie am 6. Januar 2016 überein. Im Vergleich zu diesen Tests (Magnituden 4,1, 4.8, 5,1 bzw. 5,0) wurde diesmal eine Magnitude von 5,3 bestimmt. Das entspricht in etwa einer Ladungsstärke von 25.000 Tonnen des chemischen Sprengstoffes TNT und liegt damit deutlich über den Werten von 2006 (700 t) und 2009 (5.400 t), ist aber auch stärker als die Tests aus dem Jahr 2013 (14.000 t) sowie vom Januar 2016 (10.000 t).

Eine endgültige Unterscheidung zwischen einer chemischen und nuklearen Explosion ist erst möglich, wenn an Messstationen des IMS radioaktive Spaltprodukte nachgewiesen werden können. Dies setzt allerdings voraus, dass durch die Explosion entstandene radioaktive Substanzen in die Atmosphäre gelangen. Ergebnisse hierzu werden frühestens ab dem 11. September erwartet. Im Fall einer unmittelbaren Freisetzung solcher Substanzen würde die IMS-Station nahe Wladiwostok in Russland innerhalb von 48 Stunden erreicht werden, wie bereits erste Vorhersagerechnungen zeigen. Nachzuweisende Freisetzungen sind aber auch noch nach einigen Wochen möglich.

Weitere Informationen:
Zum vermutlichen Kernwaffentest in Nordkorea
http://www.seismologie.bgr.de/sdac/erdbeben/kernexplosion/nkorea_20160106_deu.html

Zum Thema Kernwaffenteststoppabkommen
http://www.kernwaffenteststopp.bgr.de

Fachlicher Ansprechpartner:
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E-Mail: Seisinfo@bgr.de


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