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Pressemitteilung

Hannover, 25.04.2016

BGR entwickelte mit Projektpartnern neues Informationssystem:
Salzstrukturen im Untergrund als Speicher für Erneuerbare Energien erstmals erfasst

Salzkavernen könnten eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielen – als Speicher für Druckluft oder Wasserstoff. In dem kürzlich abgeschlossenen Projekt InSpEE haben Forscher der BGR gemeinsam mit Projektpartnern erstmals Salzstrukturen im tieferen Untergrund Norddeutschlands flächendeckend erfasst. Damit kann künftig das Speicherpotenzial der Salzstrukturen abgeschätzt werden.

In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Verbundforschungsprojekt InSpEE (Informationssystem Salzstrukturen – Planungsgrundlagen, Auswahlkriterien und Potenzialabschätzung für die Errichtung von Salzkavernen zur Speicherung von Erneuerbaren Energien) hat die BGR zusammen mit der Leibniz Universität Hannover und der KBB Underground Technologies GmbH drei Jahre lang vorhandenes Datenmaterial über den norddeutschen Untergrund systematisch ausgewertet.

„Das Speichervolumen einzelner Salzstrukturen hängt eng mit ihrem inneren Aufbau zusammen. Daher bestand ein wichtiges Ziel des Projektes darin, eine Methode zu entwickeln, um den inneren Aufbau noch nicht erkundeter Salzstöcke zu prognostizieren“, erläutert BGR-Wissenschaftlerin Stephanie Fleig. Dazu erstellten die BGR-Forscher 3D-Modelle bereits erschlossener Strukturen. Die Ergebnisse können dann auf unangetastete Salzstöcke übertragen werden. Zudem entwickelte die BGR Kriterien für die Suche nach geeigneten Standorten und stellte für die Planung und den Betrieb geologische und geotechnische Grunddaten bereit. Dafür erfassten sie alle verfügbaren Informationen zu den Salzstrukturen systematisch in einer neuen Datenbank und erstellten Schnittkarten der Salzstrukturen für verschiedene Tiefen.

Die Ergebnisse können im Geoviewer der BGR unter folgenden Links abgerufen werden:

In dem Nachfolgeprojekt InSpEE-DS wird als Erweiterung das Speicherpotenzial von sog. Doppelsalinaren und flachlagernden Salzformationen in ganz Deutschland bestimmt, so dass am Projektende im Jahr 2019 Aussagen über Speicherpotenziale für alle Salzstrukturen Deutschlands bereit stehen.

Die Leibniz Universität Hannover hat die geomechanischen Anforderungen für die Kavernen neu berechnet. Dabei lassen sich die Daten von Erdgaskavernen nicht direkt auf Speicherkavernen für Druckluft und Wasserstoff übertragen, da Erdgas in der Regel über mehrere Monate gespeichert wird, Druckluft aber täglich ein- und ausgelassen werden muss. Bei Wasserstoffkavernen spielen zusätzlich Sicherheitsaspekte eine Rolle, da das Gas sehr mobil ist. In Zusammenarbeit mit dem Projektkoordinator KBB Underground Technologies wurden Kriterien für die Größe und Tiefenlage der Kavernen sowie Sicherheitsabstände untereinander und zum Rand des Salzstocks festgelegt.

Salzkavernen werden in Deutschland seit Jahrzehnten zur Speicherung von Erdöl und Erdgas genutzt. Großvolumige Speicher wie Salzkavernen sind Teil des Speicherkonzepts für die Energiewende. In ihnen kann in Druckluft oder Wasserstoff umgewandelte überschüssige Wind- und Solarenergie gespeichert werden. Salzkavernen haben mehrere Vorteile:

Sie sind dicht, mechanisch stabil und chemisch gegenüber vielen Stoffen weitgehend stabil. Zudem lassen sie sich schnell und flexibel befüllen und entleeren, und es muss relativ wenig Gas permanent im Speicher verbleiben, um den Druck aufrecht zu erhalten.

Weitere Informationen zum Projekt InSpEE:
http://forschung-energiespeicher.info/wind-zu-wasserstoff/projektliste/projekt-einzelansicht/74/Potenzial_von_Kavernen_vorhersagen/

Fachliche Ansprechpartnerin:
Stephanie Fleig, Tel. 0511 643 2446, E-Mail: Stephanie.Fleig@bgr.de




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Pressesprecher: Andreas Beuge, Tel.: 0511 643 2679, Mobil: 0170 8569662
E-mail: info@bgr.de Internet: http://www.geozentrum-hannover.de
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