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Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe - Öffentlichkeitsarbeit
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PRESSEMITTEILUNG

Hannover, 03.08.2005

Antarktis: deutsche Schutzhütte unter internationalen Denkmalschutz gestellt

Die deutsche Lillie-Marleen-Schutzhütte, die 1979 von Geowissenschaftlern der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) errichtet worden war, ist als erste deutsche "Historische Stätte und Monument" auf dem antarktischen Kontinent anerkannt worden. Das wurde auf der 28. Konsultativtagung der Antarktisvertragsstaaten (ATCM: Antarctic Treaty Consultative Meeting) in Stockholm bekannt gegeben. Die nunmehr unter internationalem Denkmalschutz stehende historische Stätte umfasst neben der Schutzhütte auch einen Gedenkstein, der an den tragischen Untergang des Expeditionsschiffes „Gotland II“ 1981 erinnert.

Der Name "Lillie-Marleen-Hütte" ist von dem benachbarten Lillie-Gletscher und dem Lied "Lili Marleen" abgeleitet. Die Schutzhütte entstand, als die deutsche Antarktisforschung nach 41-jähriger Pause mit einer Expedition der BGR in das nördliche Victoria-Land (GANOVEX I, German Antarctic North Victoria Land Expedition) wieder aufgenommen wurde. „Die Lillie-Hütte symbolisierte den Neubeginn der Antarktisforschung und das frühe Engagement der BGR in der Antarktis, das dann später mit dem Bau unserer Gondwana-Sommerstation am Ross-Meer ausgebaut werden konnte," sagte Dr. Norbert W. Roland, der den Vorschlag bei den Antarktisvertragsstaaten eingebracht hatte.

Der Lillie-Marleen-Hütte kam schon kurz darauf während der Expedition GANOVEX II eine wichtige Rolle zu, als das Expeditionsschiff "Gotland II" in der Yule Bay in schweres Packeis geriet und schliesslich von den Eismassen eingedrückt wurde. In der Lillie-Marleen-Hütte stellten die Forscher Funkkontakt zur amerikanischen McMurdo-Station her, von wo aus ein Rettungsversuch unternommen wurde. Die Helfer verloren den Wettlauf mit der Zeit und konnten das Schiff nicht mehr retten: die Gotland II sank am 18. Dezember 1981, kurz nachdem alle Expeditions- und Besatzungsmitglieder mit Hubschraubern in die Lillie-Marleen-Hütte evakuiert worden waren.

Neben der deutschen historischen Gedenkstätte wurde gleichzeitig auf Antrag Norwegens das von Roald Amundsen am 14. Dezember 1911 am Südpol errichtete Zelt unter Schutz gestellt – für den Fall, dass das ewige Eis es eines Tages wieder freigeben sollte.

Weitere Informationen: Bilder der Schutzhütte

Ansprechpartner:

    
Dr. Norbert W. Roland
Tel.: +49 (0)511-643-3138
Fax: +49 (0)511-643-3664

Pressesprecher:

    
Dr. Frauke Schäfer
Tel.: +49-(0)511-643-2679
Fax: +49-(0)511-643-3685
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