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Hannover, 15.10.2008

Teilnahme an internationaler AGAP- Expedition: BGR-Wissenschaftler erforschen „Pol der Unzugänglichkeit“ in der Antarktis

Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aus Hannover brechen Mitte November für mehr als zwei Monate zu einer Forschungsreise in die Antarktis auf. Sie beteiligen sich an einer internationalen Expedition zur Erforschung
der geologischen Struktur der vollständig vom Eis bedeckten „Gamburtsev Mountains“ in der Ostantarktis. Die BGR-Wissenschaftler und ihre Kollegen aus insgesamt sechs Nationen erhoffen sich von ihrer Forschungsarbeit wichtige Aufschlüsse über die Entwicklung des gesamten antarktischen Eisschildes. Die AGAP-Expedition (Antarctica’s Gamburtsev Province) gehört zu den zentralen Forschungsprojekten im Internationalen Polarjahr (IPY) 2007/08.

„AGAP ist eine der wichtigsten Antarktis-Expeditionen der letzten Jahrzehnte. Das Projekt bündelt auf einzigartige Weise das wissenschaftliche Know-how eines internationalen Forschungsteams mit dem Ziel, auch Antworten auf grundlegende Fragen zur Natur und zur Entwicklung des südlichsten Kontinents zu erhalten“, erklärt der Leiter der BGR-Forschergruppe, Dr. Detlef Damaske. So halten es die Expeditionsteilnehmer für möglich, dass das 1957/58 von sowjetischen Wissenschaftlern entdeckte Gebirge der „Gamburtsev Mountains“ Geburtsort der großen Vereisung der zentralen Antarktis ist, die hier vermutlich vor 30 Millionen Jahren ihren Anfang nahm. „Wir suchen bei diesem Projekt auch das älteste Eis der Antarktis“, so Damaske.

Die Erforschung der geologischen Struktur dieses Gebirgszuges und die damit verbundene Entwicklung des antarktischen Eisschildes gehört mit zu den herausragenden Zielen im Internationalen Polarjahr. In diesem Zusammenhang erhoffen sich die Wissenschaftler auch neue Aufschlüsse über den Klimawandel.

Die „Gamburtsev Mountains“ sind von einer mehrere Kilometer dicken Eisschicht bedeckt und liegen in der Nähe des so genannten „Pol der Unzugänglichkeit“, einem der am wenigsten zugänglichen Gebiete der Antarktis. Das ist auch einer der Gründe, warum das Gebirge nach seiner Entdeckung vor 50 Jahren bisher kaum untersucht worden ist. „Im Grunde weiß man nicht mehr, als dass es sich um ein mehr als 300.000 km² umfassendes Gebirge in der Mitte der Ostantarktis handelt, das vollkommen vom antarktischen Inlandeis bedeckt ist“, so Geophysiker Damaske. „Ob dieses Gebirge unter der dem Eis ein einfaches Hochland ist, alpinen Charakter hat und aus welchen Gesteinen es besteht, ist vollkommen unklar. Auch die Verbindung mit anderen Strukturen, wie den subglazialen Seen oder Grabensystemen ist unbekannt.“

Mit Hilfe von luft- und bodengestützten geophysikalischen Vermessungen – bei der das Magnetfeld und das Schwerefeld, sowie die Eismächtigkeit untersucht werden sollen – seismologischen Beobachtungen und schließlich Bohrungen durch den Eispanzer zur Gewinnung von Gesteinsproben, wollen die Expeditionsteilnehmer aus den USA, Großbritannien, Australien, China, Japan und Deutschland genauere Erkenntnisse über die bisher noch relativ unerforschte Region in der Ostantarktis gewinnen. „Die Auswertung und Interpretation des Materials wird sicherlich ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen“, erklärt BGR-Wissenschaftler Damaske.

Das AGAP-Projekt ist aufgrund der großen Entfernungen zu den Küstenstationen, der großen Höhen des bis zu 4.100 Meter aufragenden Inlandeises, sowie der auch im antarktischen Sommer extremen Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius, logistisch eine große Herausforderung. Als Basislager für die großflächige Erkundung dienen zwei Arbeitscamps, die 800 Kilometer voneinander entfernt liegen. Für die aerogeophysikalischen Untersuchungen – Schwerpunkt der BGR-Arbeiten bei diesem Projekt – werden vom „US Antarctic Program“ und vom „British Antarctic Survey“ zwei Flugzeuge vom Typ „Twin Otter“ eingesetzt.


Weitere Informationen:
http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/MeerPolar/Polarforschung/Antarktis/Expeditionen/expeditionen__node.html

Fotos:
http://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Oeffentlichkeitsarbeit/Pressemitteilungen/BGR/bgr-081015-bilder.html

Ansprechpartner:
Dr. Detlef Damaske, Tel.: 0511 643 2692, E-Mail: Detlef.Damaske@bgr.de


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Pressesprecher: Andreas Beuge, Tel.: 0511 643 2679, mobil: 0170 8569662
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