BGR Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

KOSINA - Konzeptentwicklung für ein generisches Endlager für wärmeentwickelnde Abfälle in flach lagernden Salzschichten in Deutschland sowie Entwicklung und Überprüfung eines Sicherheits- und Nachweiskonzeptes

Land / Region: Deutschland

Projektanfang: 01.07.2015

Projektende: 28.02.2018

Projektstand: 27.10.2016

Den numerischen Modellberechnungen zugrunde gelegtes geologisches 3D-Modell für den Typ „Salzkissen“Den numerischen Modellberechnungen zugrunde gelegtes geologisches 3D-Modell für den Typ „Salzkissen“ Quelle: BGR

Im Juli 2013 trat das Standortauswahlgesetz in Deutschland in Kraft. Darin ist ein Vergleich alternativer Konzepte für die Endlagerung wärmeentwickelnder hoch radioaktiver Abfälle in unterschiedlichen Wirtsgesteinstypen vorgesehen. Da sich die Untersuchungen der letzten 40 Jahre maßgeblich auf das Wirtsgestein Steinsalz und dabei insbesondere auf den Lagerstättentyp „Salzstock“ konzentriert haben, fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) seit einigen Jahren Endlagerforschung in alternativen Wirtsgesteinen. Dies umfasst auch eine detaillierte wissenschaftliche Bearbeitung der in Deutschland vorkommenden flach lagernden Salzlagerstätten.

Seit 2014 beschäftigt sich die BGR im Auftrag des BMWi im Projekt BASAL mit einer Zusammenstellung, Ergänzung und wissenschaftlichen Auswertung der Daten zur Verbreitung, zu den Lagerungsverhältnissen und zu den endlagerrelevanten Eigenschaften flach lagernder Salinarformationen. Ergänzend dazu wurde durch die DBETechnology (Peine), die GRS (Braunschweig), das Institut für Gebirgsmechanik (IfG, Leipzig) und die BGR das Forschungsvorhaben „Konzeptentwicklung für ein generisches Endlager für wärmeentwickelnde Abfälle in flach lagernden Salzschichten in Deutschland sowie Entwicklung und Überprüfung eines Sicherheits- und Nachweiskonzeptes“ (KOSINA) initiiert. Das durch das BMWi geförderte Projekt wird durch den Projektträger Karlsruhe fachlich begleitet und läuft seit dem 01.07.2015.

In diesem laufenden Vorhaben werden bis Februar 2018 durch die BGR und das IfG Standortbeschreibungen und generische geologische 3D-Modelle für die beiden Typen der flach lagernden Salinarformationen „flache Lagerung“ und „Salzkissen“ erstellt. Zudem werden aus bereits vorhandenen Datensätzen geomechanische Modellparameter für numerische Modellberechnungen abgeleitet und begründet. Auf dieser Grundlage werden numerische Modellberechnungen zu den Auswirkungen der Endlagerung wärmeentwickelnder hoch radioaktiver Abfälle auf die Integrität flach lagernder Salinarschichten durchgeführt. Durch thermo-mechanisch-hydraulisch-gekoppelte Modellberechnungen wird die geomechanische Integrität der geologischen und geotechnischen Barrieren überprüft und bewertet.

Weitere Arbeiten im Vorhaben KOSINA umfassen die Entwicklung eines Sicherheits- und Nachweiskonzeptes für ein Endlager für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle und ausgediente Brennelemente in flach lagernden Salzformationen, die Entwicklung von Endlagerkonzepten, die Analyse der radiologischen Konsequenzen sowie die Bewertung der Betriebssicherheit.

Mit den im Projekt KOSINA erzielten Untersuchungsergebnissen und den neu gewonnenen Erkenntnissen bezüglich flach lagernder Salzschichten in Deutschland liefert die BGR einen wesentlichen Beitrag für die im Standortauswahlgesetz geforderte vergleichende Bewertung aller in Deutschland vorkommenden potenziellen Endlagerwirtsgesteine. Im Dezember 2015 wurde ein Zwischenbericht erstellt, der von der „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ als (K-MAT 54) für ihre Arbeit verwendet wurde.


Kontakt 1:

    
Dipl.-Geographin Tatjana Kühnlenz
Tel.: +49-(0)511-643-2417
Fax: +49-(0)511-643-3694

Kontakt 2:

    
Dr.-Ing. Sandra Fahland
Tel.: +49 (0)511-643-2584
Fax: +49 (0)511-643-3694

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