BGR Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Navigation ▼

Mikroakustische Langzeit-Messungen im Grubengebäude Morsleben

Land / Region: Deutschland

Projektanfang: 01.01.1994

Projektende: 31.12.2020

Projektstand: 01.02.2017

Streifenförmige Anordnungen von Mikrorissen im Firstbereich verfüllter Abbaue des Endlagers MorslebenStreifenförmige Anordnungen von Mikrorissen im Firstbereich verfüllter Abbaue des Endlagers Morsleben. Räumliche Darstellung, Blickrichtung schräg nach unten, Abbaue in Gelb, Ortungen mikroakustischer Ereignisse im November 2016 in Schwarz und mikroakustische Sensoren in Rot Quelle: BGR

Aufgabenstellung

Mikroakustische Messungen werden im Endlager Morsleben im Rahmen von geomechanischen Untersuchungen zur Integrität des Gebirges und zur Stabilität untertägiger Hohlräume durchgeführt. Durch die Erfassung von hochfrequenter seismischer Energie wird Mikrorissbildung direkt nachgewiesen und geortet. Statistische Analysen von Mikroriss-Clustern erlauben eine Identifikation von makroskopischen Rissbildungen.

Durchgeführte Arbeiten und Ergebnisse

Seit 1994 werden mikroakustische Dauermessungen im Endlager Morsleben in drei Gebirgsabschnitten mit einer räumlichen Erstreckung von etwa 100 m durchgeführt. Sie belegen die Auflockerung des Steinsalzes im Bereich der Abbaue und lokale Rissbildungen an der Grenze von Steinsalz und Anhydrit. Die Ergebnisse der mikroakustischen Messungen werden im Zusammenhang mit Ergebnissen anderer geomechanischer Untersuchungsmethoden wie Modellberechnungen, Laboruntersuchungen und In-situ-Messungen von Deformationen und Spannungen interpretiert.

Die Verfüllung von Abbauen mit Salzbeton im Rahmen der bergbaulichen Gefahrenabwehr im Zentralteil Bartensleben von 2003 bis Anfang 2011 führte auf kurze Sicht zu zusätzlichen Gebirgsbeanspruchungen. Diese Beanspruchungen werden räumlich detailliert und in ihrer zeitlichen Entwicklung durch mikroakustische Messungen erfasst und charakterisiert. Nach Beginn der Verfüllung der einzelnen Abbaue stieg die Mikrorissaktivität in ihrem Umfeld stark an. Auch nach Abschluss der Verfüllung nahm sie noch einmal zu. Diese Aktivitätserhöhung zeigte sich zum Teil in streifenförmigen Anordnungen von Mikrorissen im Firstbereich der Abbaue. Die Streifen traten jeweils etwa ein Jahr nach Abschluss der Verfüllung des Abbaus auf und blieben bis heute erhalten. In Teilen des verfüllten Grubenteils wird mittlerweile eine Abnahme der Mikrorissaktivität festgestellt.

Projektbeiträge:

Partner:

Gesellschaft für Materialprüfung und Geophysik GMuG mbH, Bad Nauheim

 

Kontakt:

    
Dr. Diethelm Kaiser
Tel.: +49-(0)511-643-2669
www.bgr.de/quakecat

Diese Seite:

Zum Anfang der Seite ▲ © Copyright by BGR. Alle Rechte vorbehalten.