BGR Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Navigation ▼

Frontierforschung zu marinen Energierohstoffen

Geowissenschaftliche Vorlaufforschung, sogenannte Frontierforschung, ist darauf ausgerichtet, die erforderlichen geologischen Informationen zu gewinnen, die es ermöglichen, das Rohstoffpotenzial einer Region zu bewerten und Folgen einer rohstoffwirtschaftlichen Nutzung abzuschätzen. Derartige Untersuchungen liegen im Vorfeld einer möglichen kommerziellen Nutzung. Marine Erdöl- und Erdgaslagerstätten werden vor allem im Bereich der Kontinentalschelfe, entlang der Ränder der Weltmeere vermutet. Wo und in welcher Größenordnung ein Potential für die zukünftige Gewinnung von Energierohstoffen besteht und ob sich solche Bodenschätze umweltverträglich gewinnen lassen wird kontrovers diskutiert.

Die Einschätzung der zukünftigen Verfügbarkeit von Erdöl und Erdgas aus marinen Lagerstätten wird maßgeblich durch die Forschung zur Entwicklung von Kontinenträndern beeinflusst. Die BGR-Meeresforschung kann auf eine über 40-jährige Tradition in der Kontinentrandforschung zurückblicken. Die weltweit verteilten Messgebiete können der Übersichtskarte entnommen werden.

Die BGR führt vornehmlich Untersuchungen zu passiven Kontinenträndern durch, die im Verlauf der Erdgeschichte entstanden, wenn große Super-Kontinente zerbrachen und die dabei entstandenen Teile unter der Bildung von neuer ozeanischer Kruste und Lithosphäre auseinander drifteten. Entlang der Kontinente, z. B. zwischen Afrika und Südamerika ist die ozeanische Kruste fest angeschweißt und es finden dort praktisch keine horizontalen Bewegungen mehr statt. Deshalb nennt man diese Kontinentränder passiv. Vom passiven Typ sind die Kontinentränder fast des gesamten Atlantiks, großer Teile des Indischen Ozeans und des Nordpolarmeeres, die Kontinentränder der Antarktis und Australiens, sowie kleinerer Randmeere.

Die Sedimentation, hält an den passiven Kontinenträndern im Allgemeinen bis heute an. Deswegen sind dort häufig mehrere Kilometer mächtige Sedimentschichten abgelagert, in denen sich unter bestimmten Voraussetzungen Erdgas- und Erdöllagerstätten bilden können. Die BGR untersucht aus diesem Grunde ausgewählte passive Kontinentränder mit marin-geophysikalischen und marin-geologischen Methoden und beteiligt sich an Bohrkampagnen des IODP (International Ocean Discovery Program) zur Erforschung der früheren Ablagerungsbedingungen der Sedimente.

In den letzten Jahren liegt der Arbeitsschwerpunkt auf den passiven Kontinenträndern des Nordatlantiks (PANORAMA-Projekt).

Die BGR befasst sich ebenso mit Fragen des Seerechts, das in die Zuständigkeit der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) fällt und der die BGR mit ihrem fachlichen Rat zuarbeitet.

Kontakt 1:

    

Kontakt 2:

    

Diese Seite:

Zum Anfang der Seite ▲ © Copyright by BGR. Alle Rechte vorbehalten.