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Radionuklid-Stationsnetz des IMS

Der Großteil von 241 Stationen des globalen Überwachungsnetzes IMS fußt auf den Wellenformtechnologien Seismik, Infraschall und Hydroakustik, um mögliche Kernsprengungen an jedem Ort der Erde zu detektieren und zu lokalisieren. Diese Verfahren können Sprengungen nur identifizieren, nicht jedoch zwischen chemischer und nuklearer Explosion unterscheiden. Aus diesem Grund kommt der Radionuklid-Messtechnik mit seinen weltweit 80 Spurenmessstationen für Radioaktivität in Luft die besondere Aufgabe zu, den nuklearen Charakter einer Explosion zweifelsfrei nachzuweisen. Dazu werden die von der Nuklearexplosion freigesetzten, und sonst in der Natur nicht vorkommenden Radionuklide anhand von Luftmassen-Analysen nachgewiesen. Eine der Stationen des weltweiten Netzes ist die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im Auftrag der Bundesregierung auf dem Schauinsland bei Freiburg betriebene Station RN33. Diese Station ist mit 39 anderen zusätzlich noch mit einer Anlage zur Messung der Edelgasisotope in der Luft ausgestattet, was ein zweifelsfreies Aufspüren unterirdischer oder -seeischer Nuklearsprengungen gestattet.

Radionuklidstationen des IMSDie Topographische Weltkarte zeigt die Verteilung der 80 Radionuklidstationen, die als Quadrate dargestellt sind. RN33 ist die deutsche Station bei Freiburg. Quelle: BGR

Um eine zuverlässige und genaue Analyse vornehmen zu können, wird lediglich einmal pro Tag, nachdem mehr als 1000 Kubikmeter Luft gefiltert wurden, die Probe der Messanlage gewechselt. Somit kann eine eindeutige Aussage über ein kritisches Ereignis hinsichtlich der Ursache durch eine chemische oder nukleare Sprengung durchaus einige Tage dauern, zumal der Transport der radioaktiven Isotope in der Troposphäre stark von den Wetterbedingungen abhängt. Die Analyse der radioaktiven Elemente in der Luft ist aber so sensitiv, dass z.B. ein fehlerhafter Umgang mit schwach radioaktivem Material in einem Krankenhaus in Südfrankreich einen Alarm an RN33 auslöste.

Beispiel eines RadionuklidspektrumsBeispiel eines Radionuklidspektrums Quelle: BGR

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