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Ein "Sekundenkleber" für Rezentpollen

Der außergewöhnlich starke Pollenflug im Mai 1998 führte zur Anwendung einer ungewöhnlichen Präparationsmethode für Rezentpollen:

Vergleich des Schnellverfahrens (Nagellack) mit der Mazerationsmethode (Acetolyse nach Erdtman)Vergleich des Schnellverfahrens (Nagellack) mit der Mazerationsmethode (Acetolyse nach Erdtman) Quelle: BGR

Um ohne die zeitraubende Mazerationsmethode (Acetolyse nach Erdtman) einen kurzen Überblick über den Inhalt einer willkürlich eingesammelten Pollenprobe zu bekommen, wurde farbloser Nagellack auf einen Objektträger gestrichen, darüber Pollen aus einem Probengläschen verstreut und mit einem Deckglas abgedeckt. Die sofortige Ansicht unter dem Durchlichtmikroskop ergab ein überraschendes Ergebnis: Alle Pollen waren durchscheinend und erschienen mazeriert. Nur vereinzelt zeigten sich in den Luftsäcken dunkle Luftblasen.

Nach ca. einem Jahr droht der Nagellack auszutrocknen. Ein weiteres Präparat aus derselben Probe mit einem Nagellack einer etwas anderen Farbschattierung (glasklar, gegenüber leicht gelblich beim ersten Versuch) erbrachte ein vergleichbares Ergebnis. Verwendet wurde der preisgünstige Nagellack, der normalerweise zur Umrandung der Glyzeringelatine-Festpräparate herangezogen wird.

Die Zeitersparnis bei dieser Art der Präparation beträgt gegenüber der herkömmlichen Mazerationsmethode drei Tage. Sie ist damit eine wirksame Methode zur Schnellerkennung von Pollen, ersetzt jedoch nicht die Mazerationsmethode zur Herstellung von Dauerpräparaten für Vergleichssammlungen.

Literatur

Heunisch, C. (2000): Ein "Sekundenkleber" für Rezentpollen. - Arbeitskreis für Paläobotanik (Rundbrief, 31.01.2000): 31-32. [Poster, APP-Tagung Tübingen, Mai 1999]

Kontakt

    
Dr. Carmen Heunisch
Tel.: +49-(0)511-643-2529
Fax: +49-(0)511-643-532529
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