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Bohrung Wursterheide (Unter-Miozän, Cuxhaven)

Beitrag zum Projekt:

Exochosphaeridium insigne Exochosphaeridium insigne Quelle: BGR

Exochosphaeridium insigne Exochosphaeridium insigne Quelle: BGR

Die Forschungsbohrung Wursterheide wurde vom Oktober 1977 bis November 1978 bis zu einer Endteufe von 804,85 m niedergebracht. Die Kernstrecke reicht von 30 m bis 763 m und umfasst Schichten des Pliozän bis Paläozän.

Die Bohrung wurde intensiv lithologisch, biostratigraphisch, mineralogisch und sedimentologisch-petrographisch durch zahlreiche internationale Experten untersucht. 1989 wurden in einer umfangreichen Publikation die Ergebnisse vorgestellt (Geologisches Jahrbuch A111).

Biostratigraphisch liegen Einstufungen folgender Mikrofossilgruppen vor:

  • Uvigerinen, benthische Foraminiferen (Gramann in BGR 1989)
  • planktonischen Foraminiferen (Spiegler in BGR 1989)
  • Kalknannoplankton (Köthe, 1986; Cepek in BGR 1989)
  • Dinozysten (Heilmann-Clausen & Costa in BGR 1989; Lund & Heilmann-Clausen, 1999; Köthe, 1990)
  • Bolboformen (Spiegler, 2002)

Im Jahr 2003 wurde der Teufenbereich von 275 m bis 348 m neu beprobt. Ziel war eine detailliertere biostratigraphische Aufnahme des Unter-Miozän sowie der Grenzen zum Hangenden und insbesondere der zum Liegenden anhand von Kalknannoplankton und Dinozysten.

Im Ober-Oligozän bis unteren Unter-Miozän ist kein Kalknannoplankton vorhanden. Anhand der Dinozysten ist eine detaillierte Zonierung (D14nb, D15, DN2a, DN2b, DN3) möglich. An der Grenze Oligozän/Miozän ist eine Schichtlücke von ca. 6 Ma belegt. Die Sedimentation setzte im Unter-Miozän bei etwa 22,2 Ma wieder ein. Im mittleren Unter-Miozän ist die Kalknannoplankton-Zone NN3 nachgewiesen, die mit der oberen Dinozysten-Subzone DN2b und der Zone DN3 korreliert. Der oberste Teil der untersuchten Schichtenfolge wird als Dinozysten-Zonen DN4 und DN5 datiert. Kalknannoplankton ist in diesen Proben fast nicht vorhanden und erlaubt keine Datierung (Köthe, 2005).

Literatur

  • Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (1989): Forschungsbohrung Wursterheide. – Geologisches Jahrbuch., A111: 536 S.; Hannover.
  • Köthe, A. (1986): Kalkiges Nannoplankton aus dem Paläogen Nordwestdeutschlands. – Geologisches Jahrbuch, A89: 3-114, 12 Abb., 7 Tab., 16 Taf.; Hannover.
  • Köthe, A. (1990): Paleogene Dinoflagellates from Northwest Germany – Biostratigraphy and Paleoenvironment. – Geologisches Jahrbuch, A118: 3-111, 13 Abb., 33 Taf.; Hannover.
  • Köthe A. (2005): Biostratigraphie an der Oligozän/Miozän Grenze und im Unter-Miozän der Forschungsbohrung Wursterheide (Kalknannoplankton, Dinozysten, Norddeutschland). – Senckenbergiana lethaea, 85(2): 201-229, 8 Abb., 4 Tab., 5 Taf.; Frankfurt am Main.
  • Lund, J.J. & Heilmann-Clausen, C. (1999): Dinoflagellate correlation between the research borehole Nieder Ochtenhausen and Wursterheide, Miocene, NW Germany. – Aardk. Mededel., 11: 51-60, 3 Abb., 2 Taf.; Leuven
  • Spiegler, D. (2002): Correlation of the Marine Miocene Bolboforma Zonation and Uvigerina Zonation in Northern Germany. – Northern European Cenozoic Stratigraphy; Proc. 8th Biann. Meet. RCNNS/RCNPS: 133-141; 2 Abb., 2 Tab.; Flintbek.

Kontakt:

    
Dr. Jochen Erbacher
Tel.: +49-(0)511-643-2795
Fax: +49-(0)511-643-3663
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