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11/06: "Saalburger Marmor"

Das Sammlungsobjekt des Monats

"Saalburger Marmor", Varietät KÖNIGSROT; in großen Mengen zum Innenausbau der Reichskanzlei 1936 verwendet. Nach der Zerstörung Sicherung der Platten und Verkleidung des U-Bahnhofes Mohrenstrasse in Berlin. Maße 10x10 cm "Saalburger Marmor", Varietät KÖNIGSROT. Leicht metamorphisiert; in großen Mengen zum Innenausbau der Reichskanzlei 1936 verwendet. Nach der Zerstörung Sicherung der Platten und Verkleidung des U-Bahnhofes Mohrenstrasse in Berlin. Maße 10x10 cm Quelle: BGR; Foto: Angela Ehling

Varietät MEERGRÜN. Sie machte den "Saalburger Marmor" überregional berühmt, da grünliche Farben nicht so häufig vorkommen. Der Steinbruch wurde durch den Bau der Bleilochtalsperre 1931 geflutet (z.B. im Berliner Dom).  Original-Maße 15x20 cm Varietät MEERGRÜN. Sie machte den "Saalburger Marmor" überregional berühmt, da grünliche Farben nicht so häufig vorkommen. Der Steinbruch wurde durch den Bau der Bleilochtalsperre 1931 geflutet (z.B. im Berliner Dom). Original- Maße 15x20 cm Quelle: BGR; Foto: Angela Ehling

Anlässlich der Fertigstellung der zweiten erweiterten und überarbeiteten Auflage des „Führers zur Geologie von Berlin und Brandenburg, Nr. 6: Naturwerksteine in Berlin und Brandenburg“ geht es wieder einmal um Naturwerksteine.

Die Naturwerkstein-Sammlung der BGR war eine große Hilfe bei den Recherchen für diese Publikation. Die meisten der Gesteine, die in der Hauptbauphase Berlins - 1870 bis 1938 – verwendet wurden, stehen schon lange nicht mehr in Abbau. Insbesondere die Bestimmung der „Buntmarmor“-Varietäten aus den Regionen um Saalburg in Thüringen und entlang der Lahn in Hessen wäre ohne die historischen Musterplatten in der Sammlung sehr viel schwieriger gewesen. Die im wahrsten Sinne des Wortes bewegte Geschichte der Musterplatten (mehrere Umzüge) wird durch die Oberflächenschäden auf den Platten deutlich (Kratzer, mattierte Oberfläche).

Stellvertretend seien hier zwei Varietäten vorgestellt. Der „Saalburger Marmor“ ist im geologischen Sinne ein Kalkstein, nur einzelne Partien (KÖNIGSROT, VIOLETT) sind lokal metamorphisiert.

Steckbrief
Alter:Devon (ca. 350 Mio Jahre)
Genese:Kalk- und Tonablagerungen auf tieferen vulkanischen Schwellen im „Devonmeer“ -> Absenkung und Verfestigung -> Bildung von Knollen- und Flaserkalken
Bestandteile:Kalkknollen, kalkig-tonige Masse, Calcitadern, wenig Fossilien
Varietäten:ALTROT, EDELGRAU, KAPFENBERG, FISCHERSDORF, BUNTROSA, VIOLETT, KÖNIGSROT, MEERGRÜN, SCHWARZ
Verwendung:

Abbau seit 1888 mit Verkaufsbüro in Berlin

1935-1939 Blütezeit

intensive Nutzung in der DDR-Zeit -> Hotels, Krankenhäuser

Beispiele:

Berliner Dom, Staatsoper, BMF, Humboldt-Universität, U-Bahnhof Mohrenstrasse, Dresdner Zwinger,

Bauten in Madrid, Helsinki, Lodz, St. Petersburg, USA

Übrigens: Die BGR unterhält Sammlungen in Berlin und Hannover, hier in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Sie gehören zu den großen geowissenschaftlichen Sammlungen in Deutschland.

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Kontakt

    
Dr. Angela Ehling
Tel.: +49-(0)30-36993-412
Fax: +49-(0)30-36993-100
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