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Die Grundwasservorkommen in Deutschland

Grundwasservorkommen in Deutschland nach Art der GrundwasserleiterAbb. 1: Grundwasserleiter in Deutschland Quelle: BGR

Grundwasser ist auch in Deutschland ein lebenswichtiges und unverzichtbares Gut. Für über zwei Drittel der Bevölkerung ist es die alleinige Quelle zur Deckung des täglichen Wasserbedarfs. Wie die Gesamtwasserförderung ist auch die Grundwasserförderung seit Jahren rückläufig. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sank die jährliche Grundwasserförderung (einschließlich Quellwasser) für die öffentliche Trinkwasserversorgung von 1990 bis 2013 von 4,79 km³ auf 3,50 km³.

Neben den 3,50 km³ Grundwasserförderung der öffentlichen Trinkwasserversorgung entfielen im Jahr 2013 auf den Bereich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 1,23 km³, verarbeitendes Gewerbe 0,73 km³, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei einschl. Beregnungsverbände 0,24 km³, Energieversorgung 0,10 km³ und auf die übrigen Wirschaftszweige 0,12 km³. Mit einer Gesamtförderung an Grundwasser (einschl. Quellwasser) von 5,91 km³ wurden demnach 2013 in Deutschland rund 12 % des durchschnittlich neu gebildeten Grundwassers von 48,2 km³ (mittlere Wasserbilanz Deutschlands 1961 – 1990) genutzt.

Die Grundwasserförderraten variieren von Bundesland zu Bundesland beträchtlich, wie die Zahlen in Tabelle 1 verdeutlichen. In Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und im Saarland basiert die öffentliche Wasserversorgung zu 100 % auf Grund- und Quellwasser, gefolgt von den Ländern Brandenburg (96 %), Bayern (89 %), Niedersachsen (88 %), Hessen (87 %), Rheinland-Pfalz (85 %) und Mecklenburg-Vorpommern mit 84 % Grund- und Quellwasseranteil. Im Ländervergleich liegen Thüringen (56 %), Nordrhein-Westfalen (41 %), Berlin (28 %) und Sachsen mit 27 % Grund- und Quellwasseranteil an der öffentlichen Wasserversorgung am unteren Ende. Berlin gewinnt einen Großteil seines Trinkwassers aus Uferfiltration, die Länder Sachsen und Thüringen decken nahezu die Hälfte ihres Trinkwasserbedarfs aus Seen und Talsperren.

Absolut betrachtet liegt Bayern mit einer jährlichen Grundwassergewinnung (einschl. Quellwasser) von 0,76 km³ deutlich vor den Bundesländern Nordrhein-Westfalen mit 0,49 km³, Niedersachsen mit 0,47 km³ und Baden-Württemberg mit 0,46 km³ (vgl. Tabelle 1).

Aufgrund der hydrogeologischen Gegebenheiten sind die Grundwasservorkommen in Deutschland regional ungleich verteilt. Abbildung 1 zeigt in generalisierter Form deren Verbreitung, unterschieden nach Grundwasserleitertypen. Demnach weisen etwa 49 % der Landesfläche Porengrundwasserleiter auf, teilweise mit sehr bedeutenden Grundwasservorkommen. Rund 12 % der Fläche wird von Kluftgrundwasserleitern und ca. 6 % von Karstgrundwasserleitern eingenommen. Etwa ein Drittel Deutschlands verfügt nur über lokale und geringe Grundwasservorkommen.

Das größte zusammenhängende Gebiet mit reichen Grundwasserressourcen ist die Norddeutsche Tiefebene, die vor allem durch mächtige Sande und Kiese quartären und tertiären Alters aufgebaut ist. Besonders bedeutend sind hier Vorkommen, die in Oberflächennähe im Verlauf der Urstromtäler oder in tieferen eiszeitlich entstandenen Rinnen ausgebildet sind. Die Lockergesteine des Quartärs und Tertiärs des Alpenvorlands bilden ebenfalls ausgedehnte und ergiebige Porengrundwasserleiter. Weiterhin zählt der gesamte Oberrheingraben zu den Gebieten mit sehr ergiebigen Grundwasservorkommen. In der Niederrheinischen Bucht sowie im Niederrheinischen Tiefland bilden mächtige, zum Teil übereinander liegende und ergiebige Porengrundwasserleiter einige der bedeutendsten Grundwasservorkommen in Deutschland.

In den Mittelgebirgen finden sich regional bedeutende Grundwasservorkommen mit höheren Ergiebigkeiten in den Kalkformationen des Schwäbischen und Fränkischen Juras sowie in Thüringen, im Muschelkalk zwischen Main und Schwarzwald und der Kreide von Ostwestfalen (Karstgrundwasserleiter), in den mächtigen Sandsteinen von Pfälzer Wald, Schwarzwald, Spessart und Solling und nicht zuletzt im Basalt des Vogelsberges (Kluftgrundwasserleiter).

Mittelgebirge wie das Rheinisches Schiefergebirge, der Harz, Thüringer und Bayerischer Wald, Erzgebirge und Hochschwarzwald sind größtenteils aus schlecht wasserführenden Gesteinen wie Tonschiefern, kristallinen Schiefern und Tiefengesteinen aufgebaut. Als lokale Grundwasservorkommen können hier sandig-kiesige Talfüllungen und Schuttfächer am Fuße der Gebirge sowie die im Schiefergebirge örtlich eingelagerten Vorkommen an verkarsteten Kalk- und Dolomitgesteinen genutzt werden.


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