Vernetzung
Vernetzung und Wissenstransfer spielen im Bereich Forschung und Entwicklung eine essenzielle Rolle. Die BGR ist in Deutschland, Europa und weltweit vernetzt und aktiv.
Bundesweite Vernetzung
Als Koordinator und Mitglied des Deutschen Forschungsnetzwerkes Rohstoffe GERRI arbeitet die BGR mit zehn Ressourcen-Forschungseinrichtungen in Deutschland zu Themen einer ressourceneffizienten, klimaneutralen und kreislauforientierten Rohstoffwirtschaft zusammen, um vor dem Hintergrund komplexer Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft die interdisziplinäre Forschung zu stärken.
Zusammenarbeit in Europa
Als einer der größten Geologischen Dienste Europas ist die BGR Gründungsmitglied von EGS, dem Zusammenschluss der Staatlichen Geologischen Dienste in Europa. Unsere Beschäftigten arbeiten zudem aktiv in unterschiedlichen europäischen Fachgremien und -netzwerken mit.
Internationale Zusammenarbeit und Wissenstransfer
Um internationale Prozesse mitgestalten zu können und eigene Impulse zu setzen, werden Kooperationen mit internationalen Organisationen, wie IAEA, CTBTO oder auch UNESCO, genutzt. Auch Abordnungen von Beschäftigten der BGR an internationale Institutionen wie die European Environment Agency (EEA), die Weltbank und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sind möglich.
Auf der Ebene weltweiter Verbünde stellt die BGR für die International Union of Geological Sciences (IUGS) die Geschäftsstelle des deutschen Nationalkomitees und stellte 2019 auch eine IUGS-Vize-Präsidentin im Exekutivkomitee. Die IUGS als eine der größten nichtstaatlichen wissenschaftlichen Organisationen der Welt fördert die Untersuchung geologischer Fragestellungen und unterstützt die internationale interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Erdwissenschaften. Thematische Schwerpunkte liegen derzeit auf Geoinformationen, internationalen Standards, Umweltmanagement und Geogefahren.
Technische Zusammenarbeit
Die europäische und internationale Zusammenarbeit findet vielfach über Netzwerke und über Formate des Wissenschaftstransfers statt. Die Technische Zusammenarbeit unterstützt die Vermittlungsfunktion der BGR zwischen Wissenschaft auf der einen und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf der anderen Seite. Aus der TZ-Projektarbeit resultieren vielfältige Kooperationen mit internationalen Organisationen und Forschungsinstitutionen, die über die TZ hinaus für die BGR von Bedeutung sind. Die BGR nutzt die sich aus ihren Aktivitäten in der TZ ergebenden Potenziale gezielt für Forschung und Entwicklung, Beratung und Dienstleistung sowie für ihre öffentliche Sichtbarkeit.
Polargeologie und Tiefseeforschung
Forschung und Logistik der Polargeologie basieren auf internationaler Vernetzung und Kooperationen. An den Expeditionen der BGR in die Arktis und Antarktis sind daher immer internationale Partner beteiligt. In der Antarktis ist dies durch Artikel 2 des Antarktisvertrages auch besonders unterstützt. Ebenso beteiligt sich die BGR an internationalen Forschungsprogrammen, wie etwa Bohrkampagnen. Die internationalen Kontakte erlauben es Ressourcen und wissenschaftliche Expertise in den logistisch und finanziell herausfordernden Polarregionen zu bündeln. Durch die aktive Beteiligung der BGR in politischen und wissenschaftlichen Polarforschungsgremien auf nationaler und internationaler Ebene, wie z.B. SCAR, IASC und im Bereich des Antarktisvertragssystems, werden bestehende Kontakte und die breite Vernetzung gepflegt und erweitert.
Daneben ist das Koordinationsbüro des marinen Bohrprogramms International Ocean Discovery Program (IODP) an der BGR angesiedelt. Das IODP ist ein Tiefseeforschungsprogramm unter Teilnahme von weltweit 23 Ländern; seine Infrastruktur wird von den USA, Japan, China, Korea, Australien-Neuseeland, Indien, Brasilien und dem European Consortium for Ocean Research Drilling (ECORD unter Mitgliedschaft der Deutschen Forschungsgemeinschaft) finanziert. Gemeinsam mit dem AWI wirkt die BGR von deutscher Seite am IODP mit und baut die intensive globale Kooperation im Bereich der Geophysik mit Nutzung der AWI-Forschungsplattformen in der Antarktis und Arktis aus.
Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten
Für deutsche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen stellt die BGR Forschungslogistik bereit. An Expeditionen sind regelmäßig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler internationaler Hochschulen beteiligt, und unsere Beschäftigten publizieren vielfach gemeinsam mit Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftlern.
Auch die Kooperation mit den deutschen polarforschenden Universitäten (u. a. Bremen, Erlangen, Hannover und Münster) ist hervorzuheben. Gemeinsam mit diesen Partnern wirbt die BGR Drittmittel ein, um die Forschungskapazität zu verstärken und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Die BGR ist kontinuierlich in die Betreuung von Masterarbeiten und Promotionen eingebunden.
Mit der Durchführung und in Teilen Leitung internationaler Forschungsworkshops stärken wir zudem die wissenschaftliche Bedeutung unserer Arbeit.