Arktis
Die Entstehung des Arktischen Ozeans und die Entwicklung der angrenzenden Kontinente gibt der Wissenschaft nach wie vor große Rätsel auf. Zur Beantwortung bisher ungeklärter Fragen, u. a. zu Geodynamik, Bildung von Rohstoff-Lagerstätten oder Paläoklima, untersucht die BGR im Rahmen ihres Forschungsprogramms Circum-Arctic-Structural Events (CASE) die Geologie der Landgebiete entlang des Nordpolarmeers in Raum und Zeit, auch vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Situation.
Weite Gebiete der Arktis sind immer noch schwer erreichbar und können nur im kurzen arktischen Sommer für geologische Untersuchungen aufgesucht werden. Das stellt die Forschung aber auch die dafür notwendige Logistik vor besondere Herausforderungen. Die Forschung in der Arktis erfolgt immer auf Gebieten der jeweiligen Nationalstaaten, in denen die Forscherinnen und Forscher zu Gast sind. Die Untersuchungen finden daher in Kooperationen mit den nationalen Geologischen Diensten und Forschungseinrichtungen statt. Dies bedeutet auch eine Erleichterung der logistischen Arbeit, da durch die Zusammenarbeit mit lokalen Ansprechpartnern mit einschlägiger Erfahrung leichter an die oft nur schwer erreichbaren Orte gelangt werden kann.
Mit dem übergeordneten Ziel, die geodynamische Entwicklung der Erdkruste der zirkumarktischen Kontinente und ihrer Ränder sowie deren Paläoklima und Umweltentwicklung vergangener Erdzeiten in Raum und Zeit durch die Kombination geowissenschaftlicher Methoden besser zu verstehen, organisiert die BGR Expeditionen in die Arktis in nationaler und internationaler Kooperation und beteiligt sich an der Entwicklung von Forschungsstrategien in internationalen Polarforschungsgremien. Dies bildet eine Grundlage für die Beratung der Bundesregierung und Stärkung des Mitspracherechts Deutschlands bei wirtschafts-, umwelt- und forschungspolitischen Entscheidungen bezüglich der Arktis.