Nationales Polarprobenarchiv (NAPA)
Das Nationale Polarprobenarchiv in Berlin-Spandau dient der langfristigen Aufbewahrung von polaren Gesteinsproben, welche aus geowissenschaftlichen Antarktis- und Arktis-Projekten verschiedener Universitäten und Forschungsinstitutionen stammen.
In Berlin-Spandau betreibt die BGR das Nationale Polarprobenarchiv, in dem Gesteinsproben der deutschen Forschungsgemeinde aus Arktis und Antarktis gesammelt, katalogisiert und für weitere Untersuchungen bereitgestellt werden.
Auf Bitte des Nationalkomitees SCAR-IASC ist 2005 in der Außenstelle Berlin-Spandau das vom Arbeitsbereich Polargeologie betreute NAPA eingerichtet worden.
Im NAPA lagern säuberlich katalogisiert Gesteinsproben aus über 40 Jahren deutscher Polarforschung, die ältesten von der ersten Expedition des GANOVEX-Programms von 1979/80. Gesteinsproben aus den Polargebieten sind besonders wertvoll, weil sie aus sehr entlegenen Gebieten mit hohem logistischen Aufwand und erheblichen finanziellen Mitteln gewonnen wurden. Das NAPA wurde gegründet, um insbesondere Proben, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen gewonnen haben, über lange Zeit aufzubewahren, da der Lagerraum insbesondere an Universtäten oft sehr begrenzt ist.
Beide Polregionen sind mit zahlreichen Proben vertreten. Kamtschatka, die sibirische Arktis, Spitzbergen, Grönland und der kanadisch-arktische Archipel machen einen Teil der Proben aus. Es gibt weiterhin einen umfassenden Bestand aus dem antarktischen Nordviktorialand, der Shackleton Range oder dem Dronning Maud Land.
Insgesamt umfasst das Archiv bisher etwa 10.000 Proben in rund 50 Sammlungsschränken in unterschiedlichem Bearbeitungsstand, von der Großprobe bis zum Mineralseparat.
Das Archiv ist keine museale Sammlung, die wertvollen Gesteinsproben stehen daher ausdrücklich der Wissenschaft für weitere Untersuchungen zur Verfügung, damit so weiterhin möglichst viele neue Erkenntnisse gewonnen werden können. So haben auch Forscherinnen und Forscher, die nicht in ein gewünschtes Gebiet gelangen können, die Chance, Material aus diesen Regionen zu analysieren. Um in den nächsten Jahren weiteres Probenmaterial aufnehmen zu können, wird das Archiv in Berlin laufend an den Bedarf angepasst.