Langzeitsicherheit

Ziel der Endlagerung radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen ist es, schädliche Auswirkungen des Abfalls auf Menschen und Umwelt langfristig zu verhindern. Deshalb ist der Nachweis der Langzeitsicherheit ein zentrales Element in der Endlagerung.

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Die Gefährlichkeit radioaktiver Abfälle nimmt infolge des radioaktiven Zerfalls im Lauf der Zeit ab. Sie kann aber bei einem Teil des Abfalls, den langlebigen Radionukliden, auch nach über 100.000 Jahren noch so groß sein, dass der Abfall weiterhin von der Biosphäre ferngehalten werden muss. In Langzeitsicherheitsanalysen werden deshalb Zeiträume von bis zu 1 Million Jahre betrachtet.

Gemessen an der Geschichte der Menschheit sind 1 Million Jahre ein sehr langer Zeitraum. So wenig, wie der Frühmensch vor 1 Million Jahren, also lange bevor es Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen gab, sich die heutige Menschheit vorstellen konnte, genauso wenig können wir die weitere Entwicklung der Menschheit über diese Zeitspanne abschätzen. Gemessen an der Erdgeschichte jedoch sind 1 Million Jahre kurz, und in geologisch stabilen Regionen, in denen sich die geologische Entwicklung über mehrere 10 oder 100 Millionen Jahre zurückverfolgen lässt, kann die Entwicklung während der nächsten 1 Million Jahre zuverlässig angegeben werden. Deshalb wird mit der Endlagerung in geologischen Formationen ein Weg gewählt, bei dem die langfristige Sicherheit des Endlagers auf der Stabilität der geologischen Barriere beruht, ohne dass dazu eine Nachsorge durch menschliches Handeln erforderlich ist.

Aktuelle Projekte

CHRISTA III (Sicherheits- und Nachweiskonzept)

Start: 01.01.2023
Ende: 31.12.2027

Pleistozäne subglaziale Rinnen in Norddeutschland – Bildung, Entwicklung und Auswirkungen auf den Untergrund

Start: 01.01.2021
Ende: 31.12.2028

Methodische Ableitung von zu erwartenden und abweichenden Entwicklungen (Szenarienentwicklung) für einen potentiellen Endlagerstandort

Start: 01.06.2025
Ende: 31.05.2028

In einer Langzeitsicherheitsanalyse wird festgestellt, ob von dem Endlager während der nächsten 1 Million Jahre radiologische Auswirkungen auf die Biosphäre ausgehen. Dazu werden die denkbaren zukünftigen Zustände, Ereignisse und Prozesse wie beispielsweise die thermische Expansion des Wirtsgesteins infolge der Einlagerung wärmeentwickelnder Abfälle, Gasbildung im Endlager durch Korrosionsprozesse oder die Ausbildung einer Kaltzeit mit einer möglichen Vergletscherung und dadurch erheblichen Auswirkungen auf den Untergrund zu Szenarien kombiniert. In numerischen Simulationen werden die Konsequenzen dieser Szenarien ermittelt.

Im Rahmen von Szenarienanalysen betrachtet die BGR den Einfluss zukünftiger Eiszeiten auf einen Endlagerstandort.
Im Rahmen von Szenarienanalysen betrachtet die BGR den Einfluss zukünftiger Eiszeiten auf einen Endlagerstandort.

Weitere Informationen zu Szenarien und Langzeitsicherheitsanalysen finden Sie auch bei dem Thema Szenarien.

Ihr
Kontakt

Dr.-Ing. Jan Richard Weber

Telefon: 0511 643-2438

JanRichard.Weber@bgr.de