Logistik in den Polargebieten

In den Polargebieten machen die harschen Bedingungen und der schlechte Zugang zu den Arbeitsgebieten die Logistik von Expeditionen zu einer immensen Herausforderung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der BGR und ihre Gäste von anderen polarforschenden Institutionen profitieren dabei von eingespielten Verfahren und Kontakten, die die Logistik des Arbeitsbereichs über Jahrzehnte aufgebaut hat.

Logistik in der Antarktis

Die BGR hat ihren Forschungsschwerpunkt in der Antarktis im Viktorialand des Rossmeer-Sektors. Hier dient die Gondwana-Station als logistische Basis für das GANOVEX-Programm, das in enger Kooperation mit anderen nationalen Antarktisprogrammen durchgeführt wird. Auch im Dronning Maud Land arbeitet die BGR eng mit internationalen Partnern zusammen. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut, das dort die Neumayer-Station III betreibt, oder mit dem belgischen Antarktisprogramm, das die Princess-Elisabeth-Station am Fuße der Sør Rondaneberge betreibt.

Gondwana-Station mit kleinem ökologischen Fußabdruck

Die BGR nutzt für ihre Logistik im Rossmeergebiet die Gondwana-Station auf dem Kap Möbius am Gerlache Inlet in der Terra-Nova-Bucht. Die nur im antarktischen Sommer betriebene Station besteht seit 1983 und ist Ausgangspunkt für Expeditionen in das Viktorialand und angrenzende Gebiete. Die BGR arbeitet dort eng mit dem italienischen Antarktisprogramm PNRA und dem südkoreanischen Polarforschungsinstitut KOPRI zusammen, die ihre eigenen Stationen in der Nachbarschaft betreiben. So kann die BGR häufig die Versorgungsfahrten dieser Antarktisprogramme für die eigene Logistik nutzen. Die Gondwana-Station verfügt über Reparatur- und Aufenthaltsräume, eine Küche und sanitäre Einrichtungen. Bis zu 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Logistikpersonal können dort arbeiten. Die Station verfügt im Innenbereich nur über geringe Schlafkapazitäten, daher findet die Übernachtung zum großen Teil in Zelten auf dem Stationsgelände außerhalb statt. Zwischen 2015 und 2017 wurde die Station umfassend modernisiert, einschließlich der Energie-, Wasser- und Abfallversorgung, und gilt nun als eine der umweltfreundlichsten Forschungsstationen in der Antarktis. Sie ist seitdem für mindestens weitere 25 Jahre nutzbar.

Dronenaufnahme der Gondwana-Station

Logistik in der Arktis

Die Forschung in der Arktis findet stets zu den Bedingungen und nach den Regeln der Nationalstaaten statt, auf deren Gebiet die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Gast sind. Für die Logistik erleichtert dies die Sache, denn in der Regel gibt es vor Ort Ansprechpartner.

Bis auf die mit Gletschern bedeckten Gebiete in Grönland, Spitzbergen, Ellesmere Island und Alaska sind die riesigen Tundren- und Gebirgsregionen der Arktis im Gegensatz zur Antarktis weitgehend eisfrei. Für die Durchführung von Expeditionen ist daher der Aufbau einer Logistikkette notwendig, die zwei wichtige Punkte abdecken muss: den Transport von Ausrüstung und Personal vom nördlichsten regionalen Flugplatz in das bis mehrere hundert Kilometer entfernt gelegene Expeditionsgebiet und zurück sowie den Aufbau eines Basislagers, in dem die Expeditionsteilnehmerinnen und –teilnehmer bis zu acht Wochen weitgehend autark leben und arbeiten können. Um die Arbeiten in einem rund 500 km2 großen Areal rings um ein Basislager durchführen zu können, werden dort in der Regel Helikopter stationiert, was den logistischen Aufwand durch die zusätzliche Bereitstellung des Treibstoffs erheblich steigert. Am Ende einer Expedition muss das Campgelände so gut es geht wieder in einen natürlichen Zustand zurückversetzt werden und die gesamte Ausrüstung sowie angefallene Abfälle müssen wieder ausgeflogen werden. Idealerweise soll von einem Basislager nach Abschluss der Geländearbeiten nichts mehr sichtbar sein.

Eindrücke aus Antarktis und Arktis

Ihr
Kontakt

Kontakt Polargeologie

Polargeologie@bgr.de