Flächen- und Rauminformationen

Böden nachhaltig zu nutzen und langfristig zu schützen erfordert umfangreiches Wissen über ihre Verbreitung und ihre Eigenschaften. Bodenkundliche Flächen- und Rauminformationen sind eine Voraussetzung für die Bewertung und Darstellung von Bodenfunktionen, Bodennutzungspotenzialen, Bodenbelastungen und Bodengefährdungen. Darüber hinaus bilden diese Daten die Grundlage für die Entwicklung neuer Auswertungsmethoden für bundesweite und internationale Fragestellungen, bei denen der Boden eine zentrale Rolle spielt.

Aktuelle Projekte

Bodenübersichtskarte 1 : 250.000 (BÜK250)

Start: 02.01.2018
Ende: 31.12.2025

Fortschreibung der Bodenkundlichen Kartieranleitung

Start: 01.04.2017
Ende: 15.06.2026

ReCharBo - Regionale Charakterisierung von Bodeneigenschaften mittels Methoden der Fernerkundung, Geophysik und Bodenkunde

Start: 01.06.2019
Ende: 30.06.2025

Bodenkundliche Flächen- und Rauminformation werden bei der BGR zusammengetragen, harmonisiert und im FachInformationsSystem Bodenkunde der BGR (FISBo BGR) zusammengeführt. Darin enthalten sind Daten zum Bodeninventar und zur räumlichen Verteilung der Böden. Die Kernkomponenten des Fachinformationssystems sind die Flächendatenbanken, die Labor- und Profildatenbank (LP Boden) sowie die Methodenbank. Das FISBo BGR ist Teil eines Netzwerkes von Bodeninformationssystemen auf Bundesebene, zu dem aktuell auch die Fachinformationssysteme für den Bodenschutz (bBIS-UBA) und für Altlasten (ALIS-UBA) gehören.
 
Die Bodenkunde der BGR erarbeitet Karten und umfassende Datenbanken, die Aufschluss über die Verbreitung und Eigenschaften von Böden in Deutschland und Europa geben. Diese Produkte stellt sie als bodenkundliche Flächeninformationen für unterschiedlichste Nutzungen öffentlich bereit. Zur Umsetzung dieser Aufgaben arbeitet die BGR in Deutschland eng mit den Staatlichen Geologischen Diensten der Bundesländer zusammen, die auch maßgeblich an der Qualitätssicherung beteiligt sind.

Die Labor- und Profildatenbank (LP Boden) vereint die Ergebnisse unserer bodenkundlichen Laboruntersuchungen mit den dazugehörigen Profilbeschreibungen und bietet so eine fundierte Datengrundlage für weiterführende Auswertungen. Neben allgemeinen bodenchemischen und -physikalischen Daten enthält die Datenbank auch Informationen zu Gehalten an anorganischen Spurenstoffen in Böden.

Um die Entwicklung und den Austausch harmonisierter und interoperabler digitaler Daten (zum Beispiel im Kontext der EU-INSPIRE-Richtlinie) in Deutschland zu unterstützen, stellt das Fachinformationssystem zunehmend Werkzeuge zum Datenmanagement bereit.

Mithilfe der nationalen bodenkundlichen Kartenwerke generieren wir in der Datenauswertung zielgerichtet Auswertungskarten für verschiedenste Anwendungen. Dazu wenden wir Methoden an, die bundesweit abgestimmt in unserer Methodenbank des FISBo BGR gesammelt und in unserem Methoden-Wiki dokumentiert werden.

Thematische Auswertungen zum Bodenschutz bzw. zur Bodenfunktionsbewertung sind in der „Methodendokumentation Bodenkunde - Auswertungsmethoden zur Beurteilung der Empfindlichkeit und Belastbarkeit von Böden“ in gedruckter Form gesammelt und dokumentiert. Das MethodenWiki stellt die Methoden und Regeln der Dokumentation sowie die von der AG Boden erarbeiteten Aktualisierungen und Erweiterungen digital bereit.

Häufig gestellte Fragen

  • Der Zustand von Böden ist nicht nur für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion bedeutend, sondern auch für den Schutz des Grundwassers, der Oberflächengewässer und des Klimas. Wir können unsere Böden nur nachhaltig nutzen und schützen, wenn wir ausreichend Informationen über sie haben. Bodenkundler und Bodenkundlerinnen untersuchen und beschreiben die Eigenschaften und Prozesse des Bodens in der Regel bis in eine Tiefe von zwei Metern. Bodenkarten zeigen die Verbreitung der Böden und deren Eigenschaften in der Fläche. Die Interpretation der Informationen aus Bodenkarten ermöglicht die Bewertung der Bodenfunktionen als wichtige Grundlage für Empfehlungen für sinnvolle Maßnahmen für eine nachhaltige Nutzung und den Schutz der Böden.

  • Am häufigsten werden unsere Informationen über Böden von nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Beratungsunternehmen und anderen Bundes- und Landesbehörden nachgefragt. So nutzt beispielsweise der Deutsche Wetterdienst (DWD) unsere Bodeninformationen für die Berechnung und Darstellung der Bodenfeuchte in seinem Bodenfeuchteviewer oder die Bundesnetzagentur (BNetzA) für die Trassenplanung der Stromnetze in Deutschland. Unsere Bodenkarten finden oftmals auch Eingang in Fachliteratur und andere Printmedien.

  • Die räumlichen Informationen in Form von Vektor- und Rasterdaten werden in einem geografischen Informationensystem (GIS) erstellt, bearbeitet, analysiert und in Karten visualisiert. Gespeichert und verwaltet werden diese Daten in einer zentralen Geodatenbank, in der auch die eigentlichen, bodenkundlichen Informationen in Form von Tabellen abgelegt sind. Über einen eindeutigen Schlüssel in den Sach- und Vektordaten können die bodenkundlichen Informationen den Flächen zugeordnet werden. Unsere digitalen Karten und Daten sind über das Geoportal der BGR frei zugänglich.

  • Je größer die Maßstabszahl, desto stärker wurde die in der Karte enthaltene Information zusammengefasst. Damit wird der Übersichtscharakter gestärkt, gleichzeitig wird die Genauigkeit reduziert. Man kann auch sagen, desto stärker nimmt die Informationsdichte ab und größerräumige Strukturen werden sichtbar. Deswegen muss bei der Nutzung einer Karte als Erstes gefragt werden, ob sie hinsichtlich ihres Maßstabs für den Einsatzzweck geeignet ist. Muss ich es genauer wissen, muss ich eine Karte größeren Maßstabs wählen, also zum Beispiel eher die Bodenkarte 1 : 250 000 als 1 : 1 Mio. Soll die Bodenkarte mit weiteren räumlichen Informationen kombiniert werden, sollten alle zu verschneidenden Karten etwa die gleiche räumliche Auflösung haben, ansonsten läuft man Gefahr, scheinbare Zusammenhänge zu erzeugen oder tatsächlich bestehende Zusammenhänge unsichtbar zu machen. Wir beraten Sie hierzu gern unter fis.bo@bgr.de

Ihre
Ansprechperson

Dr. Einar Eberhardt

Telefon: 0511 643-3733

Einar.Eberhardt@bgr.de

Dr. habil. Elke Fries

Telefon: 0511 643-2814

Elke.Fries@bgr.de