Der BGR-Hubschrauber mit einer Messsonde des Unternehmens Supracon bei einem früheren Einsatz. Das Messsystem wird auch bei den neuen Untersuchungen verwendet.
Der BGR-Hubschrauber mit einer Messsonde des Unternehmens Supracon bei einem früheren Einsatz. Das Messsystem wird auch bei den neuen Untersuchungen verwendet.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt vom 3. bis 12. September 2026 im Rahmen des Forschungsprojekts DESMEX-MinD geophysikalische Messflüge im Erzgebirge und auch im Vogtland durch. Unter Einsatz des BGR-Hubschraubers und einer mitgeführten Messsonde sollen hochauflösende Daten über die elektrischen und magnetischen Eigenschaften des geologischen Untergrunds erhoben werden. Ziel des aktuellen Forschungsprojektes ist es, innovative Verfahren zur Erkundung heimischer Rohstoffvorkommen weiterzuentwickeln und in ihrer Aussagekraft zu verbessern.

An der Messkampagne beteiligen sich neben der BGR die Technische Universität Bergakademie Freiberg (TUBAF), die Universität Münster, das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) sowie die Unternehmen Supracon AG und iMAR Navigation GmbH. Weitere Partner im Verbundprojekt DESMEX-MinD sind das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie die Freiberger Unternehmen Beak Consultants GmbH und Saxore Bergbau GmbH. In dem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bis 2029 geförderten Vorhaben werden neue Verfahren – sowohl in der Messtechnik als auch in der Datenverarbeitung und -analyse – zur Erkundung von Erzlagerstätten entwickelt. Auf diese Weise soll das Projekt einen Beitrag zur Realisierung einer sicheren Versorgung Deutschlands mit wirtschaftsstrategischen Rohstoffen leisten.

Zum Einsatz kommt bei dieser Messkampagne ein in den Vorgängerprojekten DESMEX, DESMEX II und DESMEX-REAL entwickeltes Verfahren zur semi-airborne-Elektromagnetik (sAEM). Dabei werden elektrische Signale über am Boden ausgelegte Kabel in den Untergrund eingespeist, wo sie sich abhängig von der Untergrundleitfähigkeit ausbreiten und zur Ausbildung (sekundärer) magnetischer Felder führen. Die so erzeugten magnetischen Felder werden mit hochempfindlichen Sensoren gemessen, die sich in einer Flugsonde unter dem Hubschrauber befinden. Das Verfahren ermöglicht Aussagen über die elektrische Leitfähigkeit des Untergrunds bis in Tiefen von rund 1.000 Metern, woraus wichtige Hinweise auf geologische Strukturen und mineralisierte Zonen gezogen werden können, die mit potenziellen Rohstoffvorkommen in Verbindung stehen können. Zusätzlich werden passive Messungen der Magnetfeld-Gradienten durchgeführt, um magnetisierbare Gesteine abzubilden. Die Ergebnisse werden anschließend mit geologischen und geochemischen Daten kombiniert, um die Aussagesicherheit zu steigern.

Für die Messkampagne sind bis zu zehn Flüge vorgesehen, die jeweils vom Flugplatz Auerbach/Vogtland aus starten werden. Im Rahmen dieser Messflüge sollen Daten aus einem rund 100 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiet im Raum Gottesberg (Gemeinde Muldenhammer) erfasst werden. Ergänzend zu den am Boden installierten Dipolsendern wird im Messgebiet eine Referenzstation zur stationären Erfassung der erzeugten Magnetfelder betrieben. Für 2027 ist eine weitere Messkampagne im Raum Tellerhäuser (Gemeinde Breitenbrunn/Erzgebirge) geplant. Das Erzgebirge zählt zu den bedeutenden historischen Bergbauregionen Deutschlands. Sein geologisch komplexer und rohstoffreicher Untergrund macht die Region zu einem idealen Forschungsgebiet für die Entwicklung neuer Explorationsverfahren.

 

Hinweis für Anwohnerinnen und Anwohner

Während der Messkampagne wird der Hubschrauber das Untersuchungsgebiet entlang eines festgelegten Messrasters überfliegen. Deshalb kann es vorkommen, dass einzelne Bereiche mehrfach überflogen werden. Unter dem Hubschrauber wird an einem 60 Meter langen Seil eine Flugsonde mitgeführt, die sich in einer Höhe von etwa 50 bis 70 Metern über dem Boden befindet. Die Messsonde dient ausschließlich der passiven Erfassung geophysikalischer Daten. Von den Messungen gehen keine Gefährdungen für Menschen, Tiere oder die Umwelt aus.

Im Untersuchungsgebiet werden zudem mehrere Kilometer lange Kabel für die Starkstromeinspeisung mittels Dipolsender am Boden ausgelegt. Diese sind Bestandteil des Messsystems und stehen während der Messungen zeitweise unter elektrischer Hochspannung. Die Kabel dürfen daher nicht berührt werden und man sollte sich ihnen nicht nähern. Die BGR bittet Anwohnerinnen und Anwohner sowie Erholungssuchende, die gekennzeichneten Messbereiche zu beachten und den Anweisungen des eingesetzten Personals Folge zu leisten.

 

Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit

Im Vorfeld der Messungen findet am Freitag, dem 28. August 2026, um 17 Uhr im Deutschen Raumfahrtmuseum Morgenröthe-Rautenkranz in Muldenhammer (Vogtlandkreis) eine öffentliche Informationsveranstaltung für die Bevölkerung statt. Die Technische Universität Bergakademie Freiberg wird gemeinsam mit den Partnereinrichtungen des Verbundprojekts das Forschungsvorhaben DESMEX-MinD erläutern sowie Auskunft über die geplanten Untersuchungen geben. Zudem gibt es Informationen zum Thema Bergbau im Erzgebirge.

 

Weiterführende Informationen zum Projekt

DESMEX-MinD: https://www.bgr.bund.de/DE/BGR/Wissenschaftliche-Infrastruktur/Geophysik/Aerogeophysik/Projekte/laufend/DESMEX-MinD/DESMEX-MinD.html

Universität Münster: http://www.uni-muenster.de/DESMEX/

Messsonde: https://supracon.de/en/geophysics/qamt

Ihre
Ansprechperson

Fachlicher Kontakt BGR

Dr. Annika Steuer

Telefon: 0511 643-2148

Annika.Steuer@bgr.de

Einsatzleitung am Flugplatz Hildesheim

Hauke Petersen

Telefon: 0511 643-2870
, Mobiltelefon: 0151 12150091

Hauke.Petersen@bgr.de

Pressesprecher BGR

Andreas Beuge

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Andreas.Beuge@bgr.de