Alfred Bentz (1897-1964), Präsident von 1958 bis 1962
Werdegang
1916-1918: Teilnahme als Gefreiter am Ersten Weltkrieg
1918-1922: Studium der Naturwissenschaften an den Universitäten Tübingen und München
1922: Promotion zum Dr. rer. nat. in Tübingen
1923: Geologe an der Preußischen Geologischen Landesanstalt (PGLA) in Berlin
1929: Hauptreferent für Erdölfragen bei der PGLA
1934: Leiter des neu gebildeten Erdölinstituts der PGLA und Initiator des mit dem Reichswirtschaftsministerium in die Wege geleiteten „Reichsbohrprogramms“
1935: Honorarprofessor an der Fakultät für Maschinenwesen, TH Hannover
1936: Ernennung zum Landesgeologen
1938: Ernennung zum Beauftragten für die Erdölgewinnung durch den Chef der Vierjahresplanbehörde Hermann Göring. Bentz ist damit für die gesamte deutsche Erdölförderung, die Aufstellung von Produktionsplänen und die Ausrichtung des Erdölsektors auf die Kriegswirtschaft verantwortlich.
1940: Direktor der Abteilung Erdöl bei der Reichsstelle für Bodenforschung, der Nachfolgeeinrichtung der PGLA. Bentz leitet die Aufstellung von Plänen, um die Versorgung von Wehrmacht und Wirtschaft mit Treibstoffen sicherzustellen.
1942: Göring dehnt Bentz‘ Befugnisse auf den gesamten von Deutschland besetzten Raum aus. Bentz forciert einen schonungslosen Raubbau an den Erdölressourcen der besetzten Gebiete und ist mitverantwortlich für den Einsatz von Kriegsgefangenen und ausländischen Arbeitskräften in der deutschen Erdölindustrie. Für einzelne verfolgte Geologen setzt er sich erfolgreich ein.
1943: Bevollmächtigter für Mineralölforschung im Reichsforschungsrat, der die Autarkie- und Rüstungsforschung als forschungsfördernde Institution maßgeblich vorantreibt
1945-1958: Direktor des Amts für Bodenforschung in Hannover. Bentz versucht anhaltend, eine bundesweite geologische Anstalt unter seiner Leitung zu gründen
1958-1962: Präsident der neu gebildeten Bundesanstalt für Bodenforschung
Wissenswertes
Unterstützte maßgeblich den Wiederaufbau des Geologischen Dienstes nach dem 2. Weltkrieg
Präsident der Kommission für die Geologische Karte von Europa
Verstorben nach einem Herzinfarkt auf einer Reise in Großbritannien
Hans Joachim Martini (1908-1969), Präsident von 1962 bis 1969
Werdegang
1927-1934: Studium an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Göttingen
1934: Promotion zum Dr. phil. in Göttingen
1934-1935: Mitglied der SA
1935: Anstellung an der Thüringischen Geologischen Landesuntersuchung in Jena
1937: Eintritt in die NSDAP
1940: Wissenschaftlicher Angestellter in der Reichsstelle für Bodenforschung Berlin
1940: Leiter des Referats Bodenforschung in der Gruppe Wirtschaft des ‚Reichsprotektors von Böhmen und Mähren‘ (Außenstelle Prag der Reichsstelle für Bodenforschung)
1942-1945: Abteilungsleiter für Bodenforschung im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit in Prag (‚Protektorat Böhmen und Mähren‘). Martini überwacht die Tätigkeit der tschechischen Geologischen Anstalt in Prag und hat Anteil an ihrer 1943 verfügten Umstrukturierung in ein ‚Amt für Bodenforschung in Böhmen und Mähren‘
1943: Eintritt in die SS
1944: Ernennung zum Regierungsgeologen
1945: Rückkehr aus Prag und Wechsel zum Amt für Bodenforschung in Celle/Hannover
1951: Oberlandesgeologe und Lehrauftrag an der Bergakademie Clausthal-Zellerfeld für regionale und angewandte Geologie (dort 1957 Honorarprofessor)
1952: Abteilungsdirektor im Amt für Bodenforschung in Hannover
1957: Honorarprofessor der Bergakademie
1959: Vizepräsident des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung und der Bundesanstalt für Bodenforschung
1962-1969: Präsident der Bundesanstalt für Bodenforschung
Wissenswertes
1967 wurde Martini die Würde eines Ehrenbürgers von der Technischen Hochschule Clausthal-Zellerfeld verliehen
Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Verstorben bei einem Verkehrsunfall
Gerhard Richter-Bernburg (1907-1990), Präsident von 1970 bis 1972
Werdegang
1925-1930: Studium der Geologie, Mineralogie und Chemie in Göttingen, München und Graz
1930: Promotion zum Dr. phil. in Göttingen
1930-1934: Assistent am Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Göttingen
1934: Assistent bei der Preußischen Geologischen Landesanstalt in Berlin
1936: Ernennung zum außerplanmäßigen Geologen
1937: Eintritt in die NSDAP
1940: Bezirksgeologe bei der PGLA
1941: Habilitation an der Universität Berlin
1942: Dozentur für allgemeine und angewandte Geologie an der Universität Göttingen
1943/44: Während des Zweiten Weltkrieges mit geologischen Forschungen im von Deutschland besetzten Norwegen befasst
1945-1948: Deutsche Geologische Landesanstalt in der Sowjetischen Besatzungszone, Ost-Berlin
1948: Lehrauftrag an der Technischen Hochschule Hannover
1949: Mitarbeiter im Amt für Bodenforschung
1951: Ernennung zum außerplanmäßigen Professor
1963: Vizepräsident der Bundesanstalt für Bodenforschung
1970-1972: Präsident der Bundesanstalt für Bodenforschung
Wissenswertes
Erhielt 1968 die Hans-Stille-Medaille der Deutschen Geologischen Gesellschaft
Von ihm stammt das Mosaikprofil, das die Eingangshalle des hannoverschen Dienstgebäudes schmückt
Gab das ihm verliehene Bundesverdienstkreuz aus Protest über den neuen Präsidenten der Bundesanstalt für Bodenforschung zurück
Eberhard Machens (1929-2018), Präsident 1972
Werdegang
Geologie-Studium in Tübingen und Münster
1958: Beginn einer langjährigen Tätigkeit als Geologe der französischen Verwaltung in West- und Ostafrika
1967: Aufnahme einer Lehrtätigkeit an der Universität Mainz, Professur für „Geologie außereuropäischer Länder“
1972: Präsident der Bundesanstalt für Bodenforschung – nach wenigen Tagen im Amt auf eigenen Wunsch beurlaubt
1975: Entsendung an die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris, als Direktor zuständig für Fragen der Prospektion und des Bergbaus in Entwicklungsländern
Anschließend 14 Jahre im Bundeswirtschaftsministerium als „Beauftragter für Rohstofffragen im Außenwirtschaftsbereich“ tätig
Zum Abschluss seines Berufslebens Übernahme eines „Lehrstuhls für Rohstoffwirtschaft“ an der Universität Cottbus
Wissenswertes
Ehemaliger Schwager des früheren Bundesministers für Wirtschaft und Finanzen, Prof. Dr. Karl Schiller
Die Ernennung zum Präsidenten der Bundesanstalt für Bodenforschung erfolgte unter großen Protesten
Ulrich Engelmann, Kommissarischer Leiter von 1972 bis 1974
Wissenswertes
Übernahm nach der Beurlaubung Machens die Geschäfte der Bundesanstalt
Vom Wirtschaftsministerium entsandter Staatskommissar
Friedrich Bender (1924-2008), Präsident von 1975 bis 1985
Werdegang
1945-1946: Bergbaubeflissener im Eisenerzbergbau bei Dillenburg
1946-1949: Studium an der Technischen Hochschule Stuttgart und den Universitäten Tübingen und Heidelberg
1950-1951: Arbeit in der Erdölindustrie
1958: Anstellung beim Amt für Bodenforschung
1961-1967: Einsatz als Leiter der neu gegründeten geologischen Mission der Bundesanstalt für Bodenforschung in Jordanien
1975-1985: Präsident der Bundesanstalt für Bodenforschung
Wissenswertes
1974 ging die kommissarische Führung von Engelmann auf Bender über
Erhalt des Bundesverdienstkreuzes 1984
War während seiner aktiven Zeit ständig im Ausland unterwegs
Während seiner Präsidentschaft wurde die Kooperation mit ausländischen geowissenschaftlichen Institutionen stark ausgeweitet
Martin Kürsten (1931-2019), Präsident von 1986 bis 1996
Werdegang
1951-1956: Studium der Geologie in Bonn und der University of Edinburgh
1956-1957: Assistent am geologischen Institut Bonn
1958: Anstellung beim Amt für Bodenforschung
1971: Ernennung zum wissenschaftlichen Direktor
1972: Leiter der Abteilung „Geochemie und Mineralogie“
1973: Beförderung zum Direktor und Professor
1979: Leiter der Abteilung „Wirtschaftsgeologie“
1986-1996: Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Wissenswertes
1965 wurde Kürsten auf den Titel „Assessor im geologischen Dienst“ vereidigt
Erhalt des Bundesverdienstkreuzes
Setzte sich aktiv für die Errichtung einer Außenstelle in Berlin nach der Wiedervereinigung ein
Friedrich-Wilhelm Wellmer (1940), Präsident von 1996 bis 2005
Werdegang
1962-1966: Studium des Bergbaus und der Geologie in Berlin und Clausthal
1966: Nach Beendigung des Studiums arbeitete Wellmer 13 Jahre für die Metallgesellschaft, unter anderem in Australien und Kanada
1987: Leiter der Abteilung „Wirtschaftsgeologie und Internationale Zusammenarbeit“ bei der BGR
1991: Honorarprofessor an der Technischen Universität Berlin
1996-2005: Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Wissenswertes
Erhielt den Ehrendoktor der TU Bergakademie Freiberg und der TU Clausthal
Erhielt 2005 die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille
Prägte entscheidend die Struktur der BGR, u. a.:
Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit
Einführung eines festen Planungszyklus für das Programm der BGR
Bernhard Stribrny (1952), Präsident von 2005 bis 2006
Werdegang
Studium der Geologie und Mineralogie an der Universität Frankfurt
1991: Referent beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Referat „Sicherstellung und Endlagerung radioaktiver Abfälle"
1994: Fachgruppenleiter „Mineralogie und Lagerstättenforschung“ bei der BGR
2001: Leiter des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg
2005-2006: Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Wissenswertes
Im Rahmen seiner Forschungstätigkeiten an den Universitäten Frankfurt und Karlsruhe war Stribrny mehrfach im Ausland tätig
Lehraufträge an den Universitäten in Frankfurt am Main, Karlsruhe, Hannover und Freiburg
Alfred Hollerbach (1942), Kommissarischer Präsident von 2006 bis 2007
Werdegang
Vor 2006: Leiter der Abteilung „Geochemie, Mineralogie, Bodenkunde“
2006-2007: Leiter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Wissenswertes
Leiter der BGR während der Evaluierung 2007
Hans-Joachim Kümpel (1950), Präsident von 2007 bis 2016
Werdegang
1970-1973: Studium der Mathematik und Informatik in Freiburg i. Br.
1973-1977: Studium der Geophysik mit den Nebenfächern Geologie, angewandte Physik und Ozeanographie an der Universität Kiel
1977-1982: Promotionsstudium in Geophysik mit den Nebenfächern Geologie und Physikalische Ozeanographie an der Universität Kiel
1978-1991: Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschulassistent am Institut für Geophysik in Kiel
1991: Universitätsprofessor für Angewandte Geophysik am Geologischen Institut der Universität Bonn
2001-2007: Direktor des Leibniz-Instituts für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben (GGA) in Hannover
2007-2016: Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Wissenswertes
Killam-Postdoc-Stipendiat an der Dalhousie University, Halifax, Kanada (1983)
Während seiner Tätigkeit beim GGA-Institut Inhaber der Professur für die Modellierung von Geosystemen an der TU Clausthal
Seit 2007 Universitätsprofessor für Methoden der Angewandten Geophysik an der Leibniz-Universität Hannover
Ralph Watzel (1961), Präsident von 2016 bis 2026
Werdegang
1981: Beginn seines Studiums der Geologie (Universität Heidelberg, Vordiplom) und Angewandten Geologie mit Geophysik (Universität/TH Karlsruhe, Diplom)
1986: Erster von mehreren Auslandsaufenthalten als Projekt-Mitarbeiter in der Grundwasserprospektion in mehreren Ländern Afrikas
1991: Hydrogeologe beim Staatlichen Geologischen Dienst von Baden-Württemberg
1994: Promotion zu einem isotopenhydrologischen Thema an der Universität Freiburg i. Br.
2001: Referent für Nachhaltiges Wirtschaften im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
2006: Leiter des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau von Baden-Württemberg
2016-2026: Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Wissenswertes
Forschungsaufenthalt am Forschungsinstitut für Anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW) in Ulm (1992/93)
Management-Ausbildung an der Universität St. Gallen/Schweiz (2004/05)
Lehrbeauftragter (seit 2000) und Honorarprofessor (seit 2007) der Universität Freiburg i. Br.
Tim Vietor (1967), Präsident der BGR seit 01.07.2026
Werdegang
1988-1993: Studium der Geologie und Paläontologie (Georg-August-Universität Göttingen)
1993-1997: Promotion zur stratigraphischen und strukturgeologischen Entwicklung des Damara Orogens (Namibia) an der Universität Göttingen
1997-1999: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Geowissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen
2005-2011: Projektleiter Felsmechanik bei der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (NAGRA) in der Schweiz
2011-2016: Leiter der Standorterkundung der NAGRA
2016-2026: Mitglied der Geschäftsleitung der NAGRA, Leiter des Bereichs Geologie, Sicherheit und radioaktive Materialien. Verantwortlich für die Langzeitsicherheit des geologischen Tiefenlagers und die wissenschaftliche Basis der Standortwahl in der Schweiz.
Wissenswertes
Dozent an der ETH Zürich für Tiefenlagerung radioaktiver Abfälle (2021-2026)
Mitglied des Endlagerausschusses der Entsorgungskommission (2023-2026)