Thermalfernerkundung

Thermalfernerkundung ist eine Methode der Fernerkundung, bei der Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung) erfasst wird, um Temperaturunterschiede auf der Erdoberfläche oder in der Atmosphäre zu messen.

Diese Technik nutzt spezielle Sensoren auf Satelliten, Drohnen oder Flugzeugen, um Wärmeemissionen zu detektieren und daraus Informationen über Oberflächentemperaturen, Materialeigenschaften oder thermische Prozesse abzuleiten.

Anwendungsbereiche der Thermalfernerkundung:

  • Klimaforschung: Überwachung von Temperaturveränderungen, Wärmeströmen und Klimawandel-Indikatoren.
  • Geologie & Vulkanologie: Erkennung von geothermischer Aktivität, Lavaströmen und Erdwärmequellen.
  • Landwirtschaft: Bestimmung von Bodenfeuchtigkeit, Wasserstress bei Pflanzen und Bewässerungsoptimierung.
  • Stadtplanung: Untersuchung des Wärmeinseleffekts in Städten und Energieeffizienz von Gebäuden.
  • Katastrophenschutz: Detektion von Waldbränden, Öllecks oder Schadstoffausbreitung.

Bekannte Satelliten mit Thermalfernerkundungssensoren sind z. B. Landsat 8 (TIRS) oder MODIS auf Terra und Aqua.

Thermalbildkarte Westufer Totes Meer
Ausschnitt aus einer Thermalbildkarte mit Süßwasseraustritten (T > 17°C) und Durchmischungsbereichen mit Salzwasser (14°C > T < 17°C) am Westufer des Toten Meeres

Die Thermalfernerkundung der BGR ist beteiligt an Aktivitäten und Projekten mit dem Fokus auf

  • Prospektion auf geothermale Energie,
  • integriertem Wasserressourcenmanagement (IWRM) und
  • lithologisch-mineralogische Kartierung.

Ihr
Kontakt

Dr. Martin Schodlok

Telefon: 0511 643-3007

Martin.Schodlok@bgr.de