Isotopenhydrologie

Im Isotopenhydrologie-Labor werden die Isotopengehalte von Wasser und seinen Inhaltsstoffen bestimmt. Von besonderem Interesse sind die stabilen Isotope der Elemente Wasserstoff (H), Sauerstoff (O), Kohlenstoff (C), Stickstoff (N) und Schwefel (S), denn mithilfe dieser Isotope können das Wassermolekül und wichtige Wasserinhaltsstoffe (Schadstoffe, Verunreinigungen und natürliche Komponenten) charakterisiert werden.

Foto vom Laserspektrometer Picarro L2130-i mit Verdampfer und Autosampler
Laserspektrometer Picarro L2130-i mit Verdampfer und Autosampler
Foto vom Laserspektrometer Los Gatos TLWIA mit Verdampferblock und Autosampler
Laserspektrometer LosGatos TLWIA mit Verdampferblock und Autosampler

Arbeitsschwerpunkte

Mit stabilen Isotopen lassen sich spezielle Fragestellungen der Hydrologie und Hydrogeologie bearbeiten, oder Untersuchungen anderer Fachdisziplinen ergänzen, zum Beispiel in den Bereichen:

  • Grundwasserneubildung über Isotopenvariabilität in der ungesättigten Zone;
  • Einzugsgebietscharakterisierung (z. B. Einzugsgebietshöhe von Quellen und Grundwasser);
  • Interaktion von Grundwasser und Oberflächenwasser insbesondere bei hydrologischen Extremen (Hochwasser, Dürre);
  • Mischungsanteile von Wässern (Abtrennung von Basisabfluss);
  • Paläoklimaforschung (fossiles Grundwasser, Eisbohrkerne);
  • Schichtung, Zirkulation und Grundwassereinfluss in Seen;
  • Künstliche Markierversuche (mit angereichertem Deuterium oder Sauerstoff-18);
  • Nachhaltigkeit bei zunehmender Beanspruchung von Grundwasserressourcen;
  • Prozesse und Bilanzen im Stickstoff-, Kohlenstoff-, und Schwefelkreislauf.

Aktuelle Projekte

IsoGW – Grundwasser-Isoscapes für Deutschland – Wasserisotope als innovatives Werkzeug für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung

Start: 01.03.2023
Ende: 30.06.2026

IsoGon – Isotopenhydrologische und hydrochemische Untersuchungen der Wechselwirkungen zwischen Grundwasser und Bergbaufolgeseen im Lausitzer Revier

Start: 01.03.2023
Ende: 31.12.2026

Analysemethoden

Im Isotopenhydrologie-Labor der BGR werden die stabilen Wasserisotope (Sauerstoff-18, δ¹⁸O und Deuterium, δ²H) mit Laserspektrometern (LAS) der Firma Picarro und Los Gatos gemessen. Außerdem werden Proben über die Isotopenverhältnismessung (isotope-ratio mass spectrometry – IRMS) an einem Gerät der Firma Thermo (high temperature conversion elemental analyser – TCEA) und der Firma Elementar (IsoTOC, Isoprime) bestimmt. Die Isotope von Kohlenstoff (¹³C/¹²C), Stickstoff (¹⁵N/¹⁴N) und Schwefel (³⁴S/³²S) werden nach Umwandlung über Gasbench und Elementanalyse in der Gasphase gemessen.

Bei der Isotopenmessung von Wasserproben über Laseranalytik nach dem „cavity ringdown“ Verfahren (Picarro L2120-i, L2130-i und L2140-i) und Los Gatos (TLWIA) werden Wassermoleküle über 100 °C erwärmt (H2O-Dampf) und anhand charakteristischer Absorptionslinien im nahen Infrarotbereich gemessen. Bei bekannter Wellenlängencharakteristik und unter kontrollierten Versuchsbedingungen (Druck, Temperatur) kann die Lichtabsorption (Peak-Höhe) zur Konzentrationsbestimmung benutzt werden.

Zudem besteht im Arbeitsbereich die Möglichkeit zur Feldmessung von im Wasser gelösten Gasen (Stickstoff, Argon, Sauerstoff, Helium und Krypton) mit einem MiniRüdi und die Analyse von Fluoreszenztracern (Uranin, Naphtionat, etc.) mit einem Perkin Elmer LS 55 Gerät.

Ihr
Kontakt

Dr. habil. Paul Königer

Telefon: 030 36993-212

Paul.Koeniger@bgr.de