Elektromagnetische Methoden werden an der BGR zur Erkundung verschiedener submariner Georessourcen entwickelt und eingesetzt. Dies beinhaltet spezifische Großgeräteentwicklungen für den Einsatz auf Forschungsschiffen, wie das geschleppte CSEM-Messsystem HYDRA und die Tiefsee-Multisensorplattform GOLDEN EYE. Die Methodenentwicklung umfasst weiterhin die standardisierte Einbindung der akquirierten Datensätze in Datenbanken, die Adaption von Processing-Routinen- und numerischen Modellierungsverfahren, sowie die geologische Interpretation der Modelle.
Der Fokus unserer marinen EM-Methodenentwicklung liegt gegenwärtig auf der Erkundung und Charakterisierung von küstennahen Frischwasservorkommen im Meeressediment (engl. offshore freshened groundwater, OFG). Diese Vorkommen haben sich größtenteils während der letzten Eiszeiten gebildet, als Meerwasser im Eis gebunden war und die heutigen Schelfgebiete bis ca. 100 m Wassertiefe trocken lagen. Das Potential dieser weltweit vorhandenen Vorkommen ist noch größtenteils unerschlossen. Elektrische und elektromagnetische Messverfahren sind hier besonders geeignet, auf Basis der elektrischen Widerstandsverteilung den Salinitätsunterschied zwischen Frisch- und Meerwasser im Sediment zu unterscheiden.
Unser Team war mit dem BGR-Messsystem HYDRA an mehreren Forschungsfahrten zur Erkundung von Offshore Grundwasservorkommen als Kooperationspartner mit dem GEOMAR und der University of Malta beteiligt (Projekte MARCAN, SMART) und trägt mit Expertise in marinen EM-Methoden zur COST Action OFF-SOURCE bei.