Geologische 3D-Modelle

Geologische 3D-Modelle sind ein entscheidendes Werkzeug, um komplexe Gesteinsabfolgen räumlich darzustellen. Sie bilden damit einen wichtigen Baustein für eine optimale Nutzung des tieferen Untergrundes.

Abb. 1: Ein Ausschnitt aus dem geologischen 3D-Modell illustriert die Grenzen (Nord-, Südflanke und Salzspiegel) der Salzstruktur Asse sowie einige bereits modellierte Leithorizonte
Abb. 1: Ein Ausschnitt aus dem geologischen 3D-Modell illustriert die Grenzen (Nord-, Südflanke und Salzspiegel) der Salzstruktur Asse sowie einige bereits modellierte Leithorizonte (A). Extrudierte Ansicht des Bereichs um das geplante Rückholbergwerk mit trogartiger Muldenstruktur in südöstlicher Fortsetzung der Schachtanlage Asse II (B). Stand: 30.09.2024.

Stationäre geologische 3D-Modelle dienen als Planungswerkzeug für den Abbaubetrieb von Lagerstätten (Vorfeldprojektion, Simulation von Grubenanlagen) und die Raumplanung (z. B. Ausweisung neuer Wohngebiete, Grundwasserschutzgebiete oder Deponieflächen). Sie liefern die Berechnungsgrundlagen für dynamische Prozessrechnungen und können auch als „dreidimensionaler Wissensspeicher“ zur Anwendung kommen.

In einem geologischen 3D-Modell werden alle Arten von Erkundungsdaten zusammen dargestellt und ausgewertet. Daraus resultiert ein in sich schlüssiges 3D-Modell, in dem jeder Raumpunkt definiert ist. In diesem Modell lassen sich Schnitte unter beliebigen Raumwinkeln generieren, virtuelle Bohrungen erzeugen oder die Volumina einzelner lithologischer Einheiten, auch nach Verschneidung mit Grubenbauen oder Kavernen, bestimmen. Darüber hinaus können aus dem 3D-Modell geeignete Modelle für nachfolgende Simulationen wie Strömungs- oder Standsicherheitsberechnungen erzeugt werden.

Die BGR setzt unter anderem die Systeme SKUA/GOCAD, Petrel und openGeo™ in Verbindung mit AutoCad™ zur 3D-Konstruktion von geologischen 3D-Modellen ein. Damit lassen sich alle Varianten von beckenweiten Übersichtsmodellen bis hin zu kleinräumigen Detailmodellen mit hochkomplexen mehrphasigen Überfaltungen, Störungssystemen etc. bei hoher Auflösung darstellen. So wird für jeden Modellierungsfall das passende Werkzeug genutzt. Da diese Modelle interoperabel sind, können Einzelmodelle unterschiedlicher Auflösung zu einem 3D-Großmodell vereint werden. Diese Systemkombination ist in allen Gesteinsarten einsetzbar, auch als Grundlage für hydrogeologische Fragestellungen. Die geologischen 3D-Modelle können so als Planungswerkzeug für eine mögliche Nutzung des tieferen Untergrundes genutzt werden. Spezielle Anpassungen nehmen besondere Rücksicht auf Anforderungen der Salzgeologie, der Standortauswahl und -erkundung.

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