Schachtanlage Asse II
In der Schachtanlage Asse II wurden zwischen 1967 und 1978 radioaktive Abfälle eingelagert. Durch Salzwassereinbrüche und Stabilitätsprobleme in der Anlage ist die Rückholung der Abfälle geplant. Die BGR unterstützt die BGE durch geowissenschaftliche Untersuchungen bei der Rückholung der Abfälle.
Die Schachtanlage Asse II im Landkreis Wolfenbüttel ist ein ehemaliges, über 100 Jahre altes Kali- und Salzbergwerk. Im Zeitraum von 1966 bis 2008 wurde die Schachtanlage als Forschungsbergwerk für die Handhabung und Lagerung von radioaktiven Abfällen genutzt. Zwischen 1967 und 1978 wurden dort 125.787 Behälter mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen eingelagert. Heutzutage steht die Asse vor zwei großen Problemen: Zum einen dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge in das Bergwerk ein, zum anderen ist die Standsicherheit durch den ehemals intensiven Salzabbau gefährdet.
Nach einem Optionenvergleich beschloss der Deutsche Bundestag 2013 die vollständige Rückholung der radioaktiven Abfälle und die unverzügliche Stilllegung der Anlage, mit der die Betreiberin, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), beauftragt ist.
Für die Rückholung der Abfälle sind ein Rückholbergwerk und ein neuer Schacht zu errichten, um die notwendigen bergbaulichen Randbedingungen zu schaffen und die Anforderungen des Strahlenschutzes zu erfüllen. Um einen geeigneten Standort für den Schacht und seine Anbindung an das bestehende Bergwerk zu finden, beteiligt sich die BGR in Kooperation mit der BGE seit 2014 an der geowissenschaftlichen Erkundung der Salzstruktur.
Die BGR hat die zentrale Aufgabe, den geologischen Aufbau der Salzstruktur zu analysieren. Daneben unterstützt die BGR bei der Erkundung der Salzwasserzutritte und der Einlagerungskammern und ihrer Umgebung. Dazu führt die BGR geologische, geophysikalische und mineralogisch-geochemische Untersuchungen an über- und untertägigen Erkundungsbohrungen durch. Das aus den Bohrungen gewonnene Bohrkernmaterial wird im Kernlager der BGR in Hannover geologisch bearbeitet, dokumentiert und unter speziellen Klimabedingungen eingelagert. Als geophysikalische Verfahren werden Seismik, Geoelektrik und Georadar eingesetzt. Die gewonnenen Ergebnisse fließen in die Erstellung eines detaillierten 3D-Salzstrukturmodells ein, das die Konzeptplanungen für den neuen Schacht und das Rückholbergwerk auf eine breite und belastbare Datenbasis stellt.