Eine verringerte Nachfrage auf dem Uranmarkt seit 2011, verstärkt durch die Corona-Pandemie 2020/2021, führte zu einer marktbedingten Reduzierung der Gesamtproduktion von Uran. So fiel die Förderung von 2016 bis 2022 um rund 16 %. Seit 2023 steigt die globale Uranproduktion wieder an. Besonders die Steigerungen der Uranproduktion in Kanada (plus 2.500 t U), Kasachstan (plus 2.158 t U) und Namibia (plus 2.139 t U) trugen 2024 maßgeblich zum Aufwärtstrend der globalen Uranproduktion bei. Mit einer Jahresproduktion von über 62.000 t U erreichte die weltweite Uranförderung wieder das Niveau des Jahres 2016. Knapp 90 % der Weltförderung wird von fünf Ländern erbracht: Kasachstan, Kanada, Namibia, Australien und Usbekistan. Größtes Förderland 2024 war mit über 23.200 t U erneut Kasachstan.
Mit Stand Januar 2025 befanden sich 62 Kernkraftanlagen in 15 Ländern im Bau, darunter allein 29 in China. Asien ist für die Kernenergie eine der wachstumsstärksten Regionen der Welt. Insgesamt sind in Asien 129 Reaktoren in Betrieb und 43 im Bau. Dieser Trend wird sich in Zukunft voraussichtlich weiter verstärken. Auch in Europa setzen mehrere Länder auf Kernenergie als einen wichtigen Teil ihrer nationalen Energieversorgung, darunter auch Länder, die Kernenergie bisher nicht genutzt haben. Polen plant den Bau eines ersten Kernkraftwerkes bis 2033. In der Türkei soll 2026 der erste von vier im Bau befindlichen Reaktoren ans Netz gehen.
Aufgrund der derzeitigen Energiekrise in Europa rückt die Nutzung der Kernenergie auch bei einigen Ländern, die bereits Ausstiegsabsichten hatten, wieder in den Fokus. Länder wie Belgien, die Niederlande oder Italien, die bereits einen Kernenergieausstieg beschlossen hatten, prüfen den Bau neuer Reaktoren oder verlängern die Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke.
Mit der Abschaltung der letzten drei Kernkraftwerke in Deutschland im April 2023 ist der Kernenergieausstieg in Deutschland vollzogen; Kernenergie wird zukünftig in Deutschland keine Rolle mehr spielen.
Die Tätigkeit der BGR beinhaltet die Beratung der Bundesregierung im Bereich der geologischen Verfügbarkeit von Kernbrennstoffen als auch bei der Sanierung von Bergbaualtlasten. Die BGR stellt die Vertretung Deutschlands in der internationalen Urangruppe der Kernenergieagentur (Nuclear Energy Agency) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) der Vereinten Nationen (UN).
Weitere Informationen:
- BGR Energiestudien
- BGR Energiedaten
- BGR Abbildungen zu Daten und Entwicklungen der deutschen und globalen Energieversorgung 2025 (Datenstand 2024) (vnd.openxmlformats-officedocument.presentationml.presentation, 8MB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)
- Commodity TopNews 74 (2025): Modulare Kleinreaktoren – Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen (PDF, 725KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)