Küstenabbrüchen auf der Spur – BGR testet Messnetz an der Ostsee

Dokumenttyp: Meldung, Datum: 27.10.2026, Thema: Allgemeines , Thema: Kernwaffenteststopp & Geogefahren

Küstenabbrüche sorgen an der Ostsee vermehrt für Gefahren. Die BGR unterstützt in Mecklenburg-Vorpommern Maßnahmen für ein verbessertes Monitoring der Steilküsten.

Eine Drohne filmt das Experiment am Kliff bei Ahrenshoop aus der Luft.
Eine Drohne filmt das Experiment am Kliff bei Ahrenshoop aus der Luft.

Küstenabbrüche sorgen an der Ostsee vermehrt für Gefahren. Die BGR unterstützt in Mecklenburg-Vorpommern Maßnahmen für ein verbessertes Monitoring der Steilküsten.

In einem Feldexperiment haben Fachleute der BGR und des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) jetzt bei Ahrenshoop einen Küstenabbruch simuliert, um die Voraussetzungen für ein optimales Messnetz im Rahmen eines geplanten umweltseismologischen Monitorings zu testen. Dazu ließ das Forschungsteam eine Vielzahl von Sandsäcken mit einem Gesamtgewicht von mehr als 500 Kilogramm eine etwa zwölf Meter hohe Kliffwand hinabstürzen. Ein aus mehreren Seismometern bestehendes Messnetz, dessen einzelne Stationen in unterschiedlicher Entfernung vom Ereignis angeordnet waren, zeichnete die entstehenden Bodenerschütterungen im Umfeld des Kliffs auf.

Bei dem Experiment wurden Sandsäcke mit einem Gesamtgewicht von mehr als 500 Kilogramm verwendet.
Bei dem Experiment wurden Sandsäcke mit einem Gesamtgewicht von mehr als 500 Kilogramm verwendet.

Die Untersuchungen sind Teil des Verbundprojekt SCALE-M, das geeignete Methoden zur Beobachtung von Steilküsten erforscht. Zum Programm im Untersuchungsgebiet bei Ahrenshoop gehören auch Drohnenbefliegungen, mit denen regelmäßig Veränderungen am Küstenkliff dokumentiert werden. Zudem messen Sensoren ergänzend den Wasserhaushalt im Kliffkörper. Auch Wetterdaten und Informationen zur Wellenenergie im Küstenabschnitt werden ausgewertet.

Ziel des Projekts ist es, den weiteren Rückgang der Küste an der Ostsee mit wissenschaftlichen Mitteln künftig noch genauer abschätzen zu können. In dem zwei Kilometer langen Abschnitt der Steilküste zwischen Ahrenshoop und Wustrow soll zu diesem Zweck ab April 2027 ein dauerhaftes Überwachungssystem eingesetzt werden.

Mit seismischen Sensoren wurden die Bodenerschütterungen im Umfeld des Kliffs gemessen.
Mit seismischen Sensoren wurden die Bodenerschütterungen im Umfeld des Kliffs gemessen.